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Tötung von an Tugce A. Kein Vorsatz?

28. November 2014

Schon wenige Tage nach der Tat basteln eifrige Medienvertreter, selbernannte Experten und willfährige Staatsanwälte an der Verharmlosung des Verbrechens.

Die „Welt“ meldet: Der Haftbefehl lautet auf den Verdacht auf schwere Körperverletzung. Sollte das Opfer sterben, wartet die Staatsanwaltschaft die Ergebnisse der Obduktion ab, um mit Blick auf die Todesursache zu entscheiden, ob der Haftbefehl erweitert wird auf schwere Körperverletzung mit Todesfolge.

Ein Vorwurf von Totschlag oder Mord kommt laut Staatsanwaltschaft nicht infrage. Staatsanwalt Axel Kreutz sagte der „Welt“, dass keinerlei Hinweis auf einen Tötungsvorsatz vorliegt.

Heia, das ging aber schnell. So kennt man unsere Justiz sonst nicht.

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Ich erspare mir jetzt den Gedanken, wie die Äußerungen dieses Staatsanwaltes wohl ausgesehen hätten, wenn das Opfer Afrikanerin gewesen wäre und der Täter Neonazi.

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Hat der Täter Kampfsport betrieben? Und wenn er Kampfsport macht, ist er dort nicht über die Gefährlichkeit solcher Schläge aufgeklärt worden?

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Und was heißt hier Vorsatz? Es gibt auch den Eventualvorsatz, d.h. der Täter muß das Ergebnis seiner Tat gar nicht so wünschen, er nimmt es nur „billigend in Kauf“. So nach der Devise: „Die kriegt jetzt eins auf die Fresse, und wenn sie dabei unglücklich fällt, hat sie eben Pech gehabt.“

Auch wird der Alkohol strafmildernd angeführt. Dafür gibt es im deutschen Strafrecht die „Rauschtat“. Wenn er weiß, daß er nichts verträgt und unter Alkohol aggressiv wird, dann darf er eben nichts trinken!

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Vergessen Sie nicht: Die Staatsanwaltschaft ist keine unabhängige Behörde sondern weisungsabhängig, auch durch die Politik.

Es würde mich sehr wundern, wenn da noch keine Anweisung von oben kam.

9 Kommentare leave one →
  1. Senatssekretär FREISTAAT DANZIG permalink
    28. November 2014 11:49

    Hat dies auf Aussiedlerbetreuung und Behinderten – Fragen rebloggt.

  2. 29. November 2014 10:28

    „Ich erspare mir jetzt den Gedanken, wie die Äußerungen dieses Staatsanwaltes wohl ausgesehen hätten, wenn das Opfer Afrikanerin gewesen wäre und der Täter Neonazi.“

    schade. 2 idioten, 1 gedanke… grinsend grüssend.

  3. 29. November 2014 10:44

    Dieser Fall nimmt aber schon eine Sonderrolle ein. Wäre die jungen Frau eine Deutsche, ein solches Medieninteresse gäbe es mit Sicherheit nicht. Er würde kaum über die Lokalpresse hinaus bekannt gemacht. Ich will aber auch nicht verhehlen, Deutsche hätten sich eher nicht engagiert, sondern weggeschaut.
    wartet die Staatsanwaltschaft die Ergebnisse der Obduktion ab, um mit Blick auf die Todesursache zu entscheiden, ob der Haftbefehl erweitert wird auf schwere Körperverletzung mit Todesfolge.
    Freilich könnte die junge Frau auch den Folgen einer unentdeckten Krankheit erlegen sein. Ein wahrer Komiker dieser Staatsanwalt.

    • 29. November 2014 12:45

      Aber hallo, lieber Onkel Peter. Über Komiker kann man, wenn auch nicht immer, lachen. Über weisungsgebundene Staatsanwälte und die willigen Helfer bei der Justiz eher nicht.

  4. 29. November 2014 15:51

    So ein Affentheater. Der Gauckler haut wieder Bolzen raus:


    „Wo andere Menschen wegschauten, hat Tugçe in beispielhafter Weise Mut und Zivilcourage bewiesen und stand den Opfern einer Gewalttat bei.“ Dabei sei sie „selbst zum Opfer eines brutalen Verbrechens geworden“.

    Gauck schrieb weiter, er sei „entsetzt und erschüttert“ über die Tat. „Ich bin wie ungezählte Bürgerinnen und Bürger entsetzt und erschüttert über diese schreckliche Tat“, schrieb er. „Tugçe hat unser aller Dankbarkeit und Respekt verdient. Sie wird immer ein Vorbild bleiben. Unser ganzes Land trauert mit Ihnen.“

    http://www.welt.de/vermischtes/article134845643/Bundespraesident-Gauck-prueft-Verdienstorden-fuer-Tugce.html

    Wen es eine Deutsche gewesen wäre ginge die Angelegenheit der Presse am Arsch vorbei. Und dem Gauckler sowieso: „Halt dumm gelaufen“. Aber so prangt diese unsägliche Echsenvisage wieder auf allen Titelseiten.

    • 29. November 2014 16:04

      Richtig, wie damals in München, als ein ca. 50jähriger von 2 Asozialen erschlagen wurde, nachdem er helfend eingriff. Es wurde sogar erwogen dem Mann eine Schuld zuzuschieben. Wenn ich mich recht erinnere, hat die SZ da eine herausragende Rolle gespielt.

  5. Hildesvin permalink
    1. Dezember 2014 00:10

    (Wenn er sich bekannt hat, war es Totschlag – drei bis zwölf Kühe Wergeld. Wenn er sich vom Tatort verpißt hat, war es Mord, also schwere Acht – unnährbar, unschirmbar… guter Leute Gemeinschaft versagt… – früher war nicht alles, aber vieles besser.)
    Scherz beiseite – Ein interessanter Kommentar bei Kybeline: Die Verblichene scheint auch nicht ganz ohne gewesen zu sein.
    (Wenn ich schon höre oder lese: „Man schlägt keine Frauen.“ – Über-Ich pur. Erinnert an v. Bismarcks „auch dem politischen Gegner gegenüber korrekt bis ins Mark“ – etwa so – aber der hatte es auch nicht mit derartig unflätigen Kackvögeln zu tun wie wir heutzutage.)

    • 1. Dezember 2014 01:09

      „Ein interessanter Kommentar bei Kybeline: Die Verblichene scheint auch nicht ganz ohne gewesen zu sein.“
      Welcher Kommentar war es? Schicke uns nicht auf die Reise, sag‘ einfach, was Sache ist.
      .
      „Wenn ich schon höre oder lese: “Man schlägt keine Frauen.” – Über-Ich pur.“
      Muß ich jetzt zum Psychiater, weil ich mich anders als der Abschaum verhalte und meine Süße nicht verprügele?
      Hildesvin sprechen inRätseln – jedenfalls für mich.

      • Hildesvin permalink
        3. Dezember 2014 00:20

        Wenn ihr’s nicht fühlt, ihr werdet’s nicht erjagen.
        (Bin ja sonst eigentlich mehr Schiller-Fan.)
        P.S. Psychiater werden oft überschätzt. Die kochen auch nur mit Wasser bzw. Duloxetin.

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