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Alexander Dugin über den Westen

10. Dezember 2014

Alexander Dugin im „Spiegel“-Gespräch, Juli 2014

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Über westliche Arroganz:

„Unterschiedliche Gesellschaften haben unterschiedliche Werte. Es gibt keine universellen Werte. Die, die dafür gehalten werden, sind eine Projektion westlicher Werte. Die westliche Zivilisation ist eine rassistische, ethnozentrische Zivilisation. Jeder Westler ist ein Rassist – kein biologischer, wie Hitler, aber kulturell. Deswegen denkt er, es gebe nur eine Zivilisation – oder Barbarei. Und diese Zivilisation beruhe auf Demokratie, Fortschritt, Menschenrechten, freier Marktwirtschaft und individueller Identität. Die Barbarei aber negiere dies alles, aus irgendwelchen religiösen Gründen. So denken die Westler, deswegen sind sie kulturelle Rassisten.“

Frage. Was werfen Sie dem dekadenten Westen vor?

Dass er uns seine Kriterien aufzwingen will. Bei Ihnen gibt es Gay-Paraden – okay, dann marschiert. Dass es bei uns keine gibt, haltet ihr für eine Verletzung der Menschenrechte. Und wir sagen daraufhin: Haut ab! Oder ihr wollt dem Islam erklären, was Feminismus ist und wer Femen ist und warum Frauen mit Männern gleichzustellen sind. Das ist Kolonisation. Ich bin ein orthodoxer Christ, Sie nicht. Ich akzeptiere Sie, aber Sie mich nicht.“

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Über die westliche Demokratie:

„Es gibt zwei Auffassungen von Demokratie: als Herrschaft einer Mehrheit und als Herrschaft einer Minderheit. Die klassische Auffassung, der auch ich anhänge, ist die Herrschaft der Mehrheit. Im liberalen postmodernistischen Westen aber wird Demokratie heute als Herrschaft der Minderheit verstanden. Weil diese Mehrheit verdächtigt wird, sie neige freiwillig zum Populismus, zu Sozialismus oder Faschismus. Deswegen ist es die Aufgabe der regierenden Minderheiten, gegen die Mehrheit zu kämpfen. Eine abartige Logik.“

3 Kommentare leave one →
  1. 10. Dezember 2014 13:59

    Da möchte ich Herrn Dugin doch vorsichtig widersprechen Gayparaden, die Förderung abartiger Sexualpraktiken, Feminismus sowie Genderismus sind keineswegs „westliche Werte“, vielmehr sollen diese Dinge von interessierten Kreisen den Menschen als „westliche Werte“ untergejubelt werden. Das wäre etwa so als würde jemand plötzlich Kannibalismus als westlichen Wert erklären. Oder das Opfern von Jungfrauen.
    Weder Kannibalismus, noch das Opfern von Jungfrauen oder Genderismus hat irgendetwas mit sogenannten westlichen Werten zu tun.

    • 10. Dezember 2014 15:33

      Richtig.

    • 10. Dezember 2014 19:49

      Lieber Peter,
      die „westlichen Werte“ hat unser Land doch erst 1945 übernommen, vorher hatten wir keine guten Werte, auch nicht in Weimar oder der Kaiserzeit.
      Es gab ja auch keine Demokratie in Weimar oder ab 1871, denn dies haben uns ja erst die Alliierten gebracht.
      Jetzt gehören wir also zum Westen mit seinen Werten.
      Was das bedeutet?
      Genau könnte ich es nicht definieren, aber hauptsächlich scheint es zu meinen, daß wir immer auf der Seite der Guten sind, egal was passiert.
      Und wenn wir Schwulenparaden abhalten, dann ist das gut und wenn jemand es nicht tut, automatisch schlecht, ein Verstoß gegen diese Werte.
      Und wenn die Guten z.B. foltern, dann ist das kein Verbrechen, sondern eben nur ein Fehler. Und Fehler machen ja alle…
      Gruß
      Julius

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