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„Das Heerlager der Heiligen“ von Jean Raspail

2. Januar 2015

Der Anfang des Buches:

Der alte Professor überlegte vor sich hin. Er hatte in seinem Leben viel gelesen, viel nachgedacht und viel geschrieben. Aber im Augenblick hatte er in seiner Einsamkeit selbst unter den jetzigen so außergewöhnlichen Umständen keinen höheren Gedankenflug als ein Schüler der dritten Schulklasse.

Das Wetter war schön. Es war heiß, aber nicht zu heiß, denn ein frischer Frühlingswind strich sanft und leise über die überdeckte Terrasse. Sein Haus war einer der letzten hügelaufwärts gelegenen Bauten. Es lag an einen Felsen angeschmiegt, wie ein Vorposten des alten braunfarbenen Dorfes, das die ganze Landschaft bis zu der unten gelegenen Touristenstadt beherrschte, ja bis zu dem ruhigen blauen Meer, an dessen Ufer sich die Prachtallee mit grünen Palmen und weißen Bungalows hinzog.

Das Bild des Überflusses, das gewöhnlich zu sehen war, verchromte Yachten, muskulöse Wasserschifahrer, bezaubernde Mädchen, dicke Bäuche, die sich auf der Brücke der großen Segelschiffe zeigten, war heute wie weggefegt. Auf dem leeren Meer lag diese unsäglich verrostete Flotte, die vom andern Ende der Erde gekommen zu sein schien und nun, nur fünfzig Meter vom Ufer entfernt, auf Grund aufgelaufen war. Seit dem frühen Morgen richteten sich die Blicke des alten Professors auf diesen Vorgang.

Der üble Latrinengeruch, der dem Auftreten dieser Flotte wie der Donner dem Gewitter vorausgegangen war, hatte sich jetzt verflüchtigt.

Der alte Mann wandte seine Augen von dem Teleskop ab, durch welches diese unfaßbare Invasionsflotte so nahe erschien, als wäre sie schon die Hänge heraufgekommen und in sein Haus eingedrungen.“

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Der Inhalt des Buches (zitiert aus der „Sezession“):

In Form einer Swift’schen Satire schildert Raspail, wie eine Flotte mit Hundertausenden hungernden, leprakranken, verzweifelten Indern an Bord auf die Festung Europa zusteuert. Deren Medienmacher, Kleriker, Intellektuelle und Politiker verfallen angesichts dieser bevorstehenden Invasion in einen von postkolonialen Schuldkomplexen angestachelten „Humanitäts“-Rausch, der sich zunehmend mit apokalyptischen Heilserwartungen auflädt. Eine allgemeine Mobilmachung wird ausgerufen, nicht um sich zu verteidigen, sondern um die unterdrückten „Brüder“ aus dem Osten mit offenen Armen zu empfangen. Inzwischen glauben die Millionen in Frankreich lebenden farbigen Völker den Glockenschlag des revolutionären Umsturzes zu vernehmen, der sie zu den neuen Herren des weißen Kontinents machen wird.

Rest bitte bei der Sezession lesen.

Dazu Raspail (auch zitiert aus Sezession): „Wenn das Buch „Das Heerlager der Heiligen“  ein Symbol bildet, so steckt darin keine Utopie, überhaupt keine Utopie mehr. (…) Obwohl die Handlung schon voll im Gang war und genau nach den Erscheinungsbildern (boat people, Radikalisierung des maghrebinischen Volksteils in Frankreich und anderer fremdrassischer Gruppen, psychologische Einflußnahme der humanitären Vereine, Verdrehung des Evangeliums durch die verantwortlichen Geistlichen, falsche Gewissensengel, Weigerung, der Wahrheit ins Gesicht zu sehen) beschrieben wurde, vollzieht sich das Ende in Wirklichkeit nicht in drei Tagen, wohl aber mit Sicherheit nach zahlreichen Krisen in den ersten Jahrzehnten des dritten Jahrtausends, also in kaum einer oder zwei Generationen.“

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Eine Meldung von heute (Tagesanzeiger, Schweiz):

Geisterschiffe sind ein «neuer Grad der Grausamkeit»

Die italienischen Behörden haben in der Nacht vor der Küste die Rettung eines Schiffes mit Flüchtlingen eingeleitet – dessen Besatzung sich abermals aus dem Staub gemacht hat. Die EU-Grenzschutzagentur Frontex ist empört.

«Das ist ein Multimillionengeschäft», sagte (Frontex-Pressesprecherin J.R.) Moncure über den Schmuggel von Flüchtlingen, die auf eine bessere Zukunft in Europa hoffen. «Aus jedem dieser Flüchtlinge werden mehrere tausend Euro oder Dollar für den Transport auf See gepresst. Da lässt sich leicht ausrechnen, wie viel bei einem Schiff mit mehreren hundert Menschen zusammenkommt.» Für die Schmuggler lohne sich daher die Rechnung, wenn ein ohnehin bereits ausgemustertes Schiff ohne Crew und Treibstoff auf dem Meer zurückgelassen werde.

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2 Kommentare leave one →
  1. 5. Januar 2015 05:52

    Das Buch ist eine Parabel, eine Vision, und sie bewahrheitet sich HEUTE. Das macht sie so wertvoll. Der Text dazu aus dem Figaro ist der Kern des Ganzen.

  2. 8. Januar 2015 11:44

    Hat dies auf kantodeaschrift rebloggt.

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