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Sure 5:32 im Koran

15. Januar 2015

Diese Sure wird gerne zitiert, um die Friedfertigkeit des Korans zu belegen, etwa in diesem „Informationsbeitrag“ des Nicht-Lügen-Organs FAZ: Jene, die der fundamentalistischen Auslegung der Koransuren zur Gewalt entgegentreten, berufen sich auf ganz andere Suren, etwa Koran 5:32: „Wenn jemand einen Menschen tötet, der keinen anderen getötet, auch sonst kein Unheil auf Erden gestiftet hat, so ist‘s, als töte er die Menschen allesamt.“

Blöderweise wurde die Sure von Herrn Nicht-Lügen-Autor Rainer Herrmann etwas unvollständig zitiert. So heißt es im Satz davor: „Aus diesem Grunde haben Wir den Kindern Isrāʾīls vorgeschrieben:“

Die Kinder Israels? Ja, denn der Satz bzw. der Gedanke soll dem babylonischen Talmud entstammen, Traktat Sanhedrin 37a und könnte übersetzt werden mit „Wer auch immer ein einziges Leben rettet, der ist, als ob er die ganze Welt gerettet hätte.“

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Und die im Koran nachfolgende Sure 5:33 hört sich überhaupt nicht mehr friedfertig an: „Der Lohn derjenigen, die Krieg führen gegen Allah und Seinen Gesandten und sich bemühen, auf der Erde Unheil zu stiften, ist indessen (der), daß sie allesamt getötet oder gekreuzigt werden, oder daß ihnen Hände und Füße wechselseitig abgehackt werden, oder daß sie aus dem Land verbannt werden. Das ist für sie eine Schande im Diesseits, und im Jenseits gibt es für sie gewaltige Strafe,“.

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Aber auch in der islamischen Welt bemüht man sich um mäßigende Auslegung der Sure 5:32. So heißt es in der wohl recht beliebten Koranauslegung bei Tafsir Ibn Kathir: „Saving life in this case occurs by not killing a soul that Allah has forbidden. So this is the meaning of saving the life of all mankind, for whoever forbids killing a soul without justification, the lives of all people will be saved from him.“

Also zumindest soll sich die Regel nicht nur an die Juden richten, sondern an alle Moslems. Allerdings soll man nur dann nicht töten, wenn Allah dies verboten hat.

„He who forbids shedding the blood of one Muslim, is like he who forbids shedding the blood of all people.“ Wenn er verbietet, das Blut von einem Moslem zu vergießen, sei dies gleichzusetzen mit dem Verbot, das Blut aller Menschen zu verbieten.

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Solche Interpretationen kann ich dem Text der Suren 5:32-5:33 zwar nicht entnehmen, aber sie mäßigt wenigstens den Wortlaut.

2 Kommentare leave one →
  1. 19. Januar 2015 16:30

    https://killerbeesagt.wordpress.com/2015/01/19/abbitte-an-frau-oertel/#comment-55829

    @ Onkel Peter
    Und was sagt Pegida zu Flüchtlingen?

    Kernsatz ist ein anderes Statement:

    „Und warum nennt ihr eigentlich nur Symptome, anstatt Lösungen?
    Warum redet ihr nicht mehr mit Stephane Simon, der als Sprecher bei euch auf der Bühne war? Weil es euch nicht gepasst hat, dass er den Bürgern gesagt hat, was die tatsächlichen Ursachen für die Probleme unseres Landes sind. Er hat über alles geredet, außer über das Thema Islamisierung. Komischer Zufall oder?“

    … weil ki11erbee ein sehr enges Gesichtsfeld hat antworte ich zusätzlich auf Ihren Blog
    (Sie verstehen was „sehr enges Gesichtsfeld“ meint 🙂 !)

    • 21. Januar 2015 13:53

      @ups2009:

      Entschuldigung, deinen Kommentar habe ich soeben erst entdeckt.
      Ja, Stephane Simon ist ein sehr vernünftiger Mensch wie es ausschaut, aber:

      es ist doch recht paradox wie er richtigerweise auf die Spaltung der Gesellschaft hinweist,
      um dann auf der Tafel anfängt zu malen dass er eine neue Bewegung gründet, welche nun nicht mehr Pegida, sondern nunmehr ab jetzt Pegada heißen soll. Das ist zwar alles richtig, auch von der Begründung her, erinnert mich aber irgendwie an Gullivers Reisen im Lande Liliput…

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