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“SS-Buchhalter bittet um Vergebung” III

22. April 2015

1. Im Prozeß sind 27 Verhandlungstage angesetzt.

Im einem Strafverfahren nimmt zunächst der Angeklagte Stellung zur Anklage, das ist nun am ersten Prozeßtag geschehen. Er hat – je nach juristischer Einschätzung – ein Geständnis abgelegt. Jetzt müßte die Beweisaufnahme, die dann folgen würde., eigentlich wegfallen, den durch das „Geständnis“ ist der Beweis ja schon erbracht. Was macht man nun an den anderen 26 Tagen?

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Spiegel-Online:Der Saal in der Lüneburger Ritterakademie ist an der Stirnwand, wo das Gericht sitzt, mit schwarzen Tüchern verhängt. Davor eine riesige Leinwand, auf der an den kommenden Verhandlungstagen die Bilder des Schreckens zu sehen sein werden. Was soll das zur Aufklärung des konkreten Tatvorwurfes beitragen?

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2. In vielen Medienberichten wird über eine Frau Éva Fahidi berichtet, die zu dem Verfahren angereist ist.
Sie habe in Auschwitz 49 Angehörige verloren. FAZ: „Es geht mir nicht um die Strafe“, sagt Eva Pusztai-Fahidi mit milder Stimme und blickt in die vor ihr aufgereihten Kameras. „Es geht mir um das Urteil.“
Diese Äußerung habe ich nun schon vielfach gelesen.  Was soll das heißen „es geht mir um das Urteil“? Ein Freispruch ist übrigens auch ein Urteil.

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3. Wenn man den Wiki-Eintrag über die Dame liest, erfährt man, daß sie im November 1945 nach Ungarn zurückkehrte. Wiki: „Sie schloss sich den ungarischen Kommunisten an und erhoffte sich eine bessere Gesellschaft. Sie arbeitete als Industrieangestellte und machte trotz ihrer bürgerlichen Herkunft dank ihrer französischen Sprachkenntnisse als Außenbeauftragte des ungarischen Stahlkombinats Karriere.“ Sie hat sich also freiwillig dem Stalinismus angeschlossen. Bereut sie ihre Mitarbeit in diesem verbrecherischen System?

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Ich darf vielleicht noch einmal Ephrahim Kishons Memoiren zitieren, der das Nazi-KZ überlebte, nach Ungarn zurückkehrte und folgendes erlebte, nachdem die rote Armee Ungarn „befreit“ hatte:
“Einige Tage nach der Einnahme der Stadt rief man alle Männer aus den Häusern auf der Straße zusammen. Wer meldete sich? Jene, die dem neuen Regime vertrauten, also die Juden, die Kommunisten und die Partisanen. Wer versteckte sich? Natürlich die Faschisten, die Diener der Nazis.
Ein Lastwagen brachte uns zum Hauptquartier des KGB, und dort erwartete uns ein Szenario wie in einem Spionagefilm aus den Tagen des Kalten Krieges. Ein blonder Inspektor saß hinter einem Schreibtisch, die Schirmmütze lässig in den Nacken geschoben. Von der Decke baumelte eine vereinsamte Lampe, die dem Verhörten direkt ins Gesicht strahlte. Er war sichtlich gelangweilt, der Inspektor. »Name?« fragte er. Ich nannte meinen Namen und fügte hinzu, »ich sei Jude«. – »Macht nichts. Nächster!«
Zusammen mit Gefangenen der deutschen und ungarischen Armee kam ich in ein Lager. Ich wandte mich an den erstbesten Offizier und versuchte, ihm mit Händen und Füßen zu erklären, daß ich ein Holocaustüberlebender sei und so schwach, daß ich mich kaum auf den Beinen halten könnte. »Jude?« fragte der Offizier. »Ich auch. Die Uhr, dawaj.«
Dann verfrachteten sie uns, ja, kaum zu glauben, auch uns, die Naziopfer, nach Weißrußland, um uns als Kriegsgefangene das sozialistische Vaterland aufbauen zu lassen. Die Kriegsverbrecher versteckten sich in ihren Wohnungen in Budapest, während die anständigen Menschen nach Weißrußland marschierten und an Typhus eingingen.”
Ihm gelang es aber, während des Marsches gen Osten zu entfliehen.
Und er schreibt weiter: “Ich traf später einmal einen Freund, der das Lager in Weißrußland überlebt hat. Er erzählte mir, daß fast alle Zwangsarbeiter erfroren sind oder an Krankheiten elend zugrunde gingen. In meinem schlechten körperlichen Zustand, mit nur fünfunddreißig Kilo Lebendgewicht, hätte ich kaum eine Chance gehabt. An meiner Stelle mußte ein anderer sterben, ein unglücklicher polnischer Bauer, den man an der Grenze aufs Geratewohl geschnappt und in den Trupp gesteckt hatte, damit die Zahl der Häftlinge wieder komplett war.
Eines ist wahr, aus rassistischen Gründen starb man bei den Kommunisten nicht. Es war ihnen ziemlich gleichgültig, wen sie erledigten, Hauptsache, die Rechnung stimmte.”

2 Kommentare leave one →
  1. Max Mustermann permalink
    22. April 2015 21:14

    Zur Geschichte der Frau Puszta-Fahidi noch eine wichtige Ergänzung zur Geschichte Ungarns nach 1945: Meist aus Moskau kamen die emigrierten Judeo-Bolschewiki und überstülpten dem Land und Bevölkerung das stalinistische Terrorregime. Die Missetäter und Massenmörder aus dem Stamme Moses hiessen:

    Rakosi Matyas Geburtsname Roth
    Gerö Ernö Geburtsname Singer
    Vas Zoltan Geburtsname Weinberger
    Revai Joszef Geburtsname Lederer
    Farkas Mihali
    Peter Gabor Geburtsname Eisenberger

    Es war ja bekanntlich Raskosi, der witzelte, er müsse in seinem Kabinett doch mindestens einen Nichtjuden haben, damit einer am Sabbat die Todesurteile unterschreiben könne. So gibt es bekanntlich in Ungarn heute noch Hunderttausende, denen sich die Nackenhaare immer noch sträuben, wenn sie sich an diese Zeiten erinnern. Das war der richtige Holocaust und nichts anderes.,

  2. Karl Eduard permalink
    23. April 2015 15:31

    Was machen sie an den anderen 26 Tagen? Sie geben „Die Komödie vom Rechtsstaat oder das Unabhängige am deutschen Richter, der nur seinem Gewissen und dem Gesetz verpflichtet ist.“

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