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Der 8. Mai naht… (Teil II)

2. Mai 2015

… und sämtliche Heulbojen aus Parteien, Medien und Kirchen werden wieder in Aktion treten. Da die entsprechenden britischen Heulbojen seit 1945  größtenteils defekt sind (oder es schon vorher waren), richten wir den Blick über den Ärmelkanal zu den moralisch überlegenen Völkern:

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Die Briten und die Hungersnot in Bengalen 1943

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Karlspreisträger Churchill, von herzoglichem Blute, vergaß gelegentlich seine vornehme Erziehung: „Ich hasse Inder, […] sie sind ein tierisches Volk mit einer abscheulichen Religion.“ („I hate Indians […] They are a beastly people with a beastly religion“). Die Hungersnot sei ihre eigene Schuld und eine Folge davon, dass sie sich „wie die Karnickel vermehren“ („breeding like rabbits“).

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Wie kam es zu den garstigen Worten? In Begalen war es 1943 zu einer Hungersnot gekommen. Mißernten (streitig) und der Fall vom Singapur, dem Lieferort von Reis nach Indien, sollen auch dazu beigetragen haben. Aber: „Viele moderne indische und bengalische Journalisten und Historiker haben insbesondere dem damaligen britischen Premierminister Winston Churchill vorgeworfen, sich gegenüber dem Elend in Bengalen gleichgültig gezeigt zu haben oder es sogar bewusst wissentlich in Kauf genommen zu haben. Während der Hungersnot sei es Churchills einziges Interesse gewesen, die gute Versorgung der britisch-indischen Armee und des britischen Mutterlandes sicherzustellen.“

(Wiki, de) „Hilfsangebote für Nahrungsmittellieferungen der Vereinigten Staaten wurden abgelehnt.“.(Wiki engl.) Ab August 1943 untersagte Churchill jegliche Lieferung nach Indien. Er sei mehr besorgt gewesen über die Ernährungslage der (ebenfalls hungernden) Griechen. Denn, so Churchill, der „Hunger der ohnehin unterernährten Bengalen ist weniger schwerwiegend als der der stabilen Griechen“

Und so mußten eben ca. 1,5 bis 4 Mio (lt. Wiki) Bengalen sterben. Andere Schätzungen gehen von 6 – 7 Millionen Opfern aus. Holodomor in der britischen Variante.

In seinem Buch über den 2. Weltkrieg hat Churchill dann wieder zum adligen Ton zurückgefunden: „Kein größerer Teil der Weltbevölkerung wurde so effektiv vor den Schrecken und Gefahren des Weltkrieges bewahrt wie die Völker von Hindustan. Sie wurden durch den Kampf auf den Schultern unserer kleinen Insel getragen.“

Die begalische Hungersnot erwähnte er in seinem Meisterwerk über den zweiten Weltkrieg nicht. Trotzdem oder gerade deshalb erhielt er den Nobelpreis für Literatur „für seine Meisterschaft in der historischen und biographischen Darstellung…., mit welcher er als Verteidiger von höchsten menschlichen Werten hervortritt“.

6 Kommentare leave one →
  1. Arkturus permalink
    2. Mai 2015 14:48

    Hat dies auf Oberhessische Nachrichten rebloggt.

  2. 2. Mai 2015 21:06

    Hat dies auf kantodeaschrift rebloggt.

  3. Hildesvin permalink
    2. Mai 2015 23:01

    Da ist noch ein anderes Ereignis, daß der (Selbstzensur) in seinen Memoiren NICHT erwähnt.
    Wer es fassen kann, der fasse es…

    • 3. Mai 2015 00:04

      Etwa der gewisse Graus?

      • Hildesvin permalink
        3. Mai 2015 01:46

        Die Frage stellen heißt, sie zu beantworten.

      • 3. Mai 2015 02:07

        Mir gruselts bei dem gräßlichen Gedanken, daß der geifernde aber auch gütige Gouverneur dem gänzlich geschehenen Grausen nicht gemessen gedacht hat.

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