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Gauck wieder mit Schlagseite

6. Mai 2015

In einem möchte ich dem Bundespräsidenten ausnahmsweise einmal zustimmen: Das Schicksal der russischen Kriegsgefangenen und den Händen Deutschlands im zweiten Weltkrieg ist wenig bekannt. Ihr Schicksal liege bis heute im „Erinnerungsschatten“.

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In diesem Schatten, Herr Gauck, liegt aber auch z.B. das Schicksal der Rußlanddeutschen. Das beklagt unser oberster Heulpriester bestimmt nicht.

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Ich persönlich fand das Verhalten der deutschen Öffentlichkeit und vor allem der Medien in den 90er Jahren, als so viele Rußlanddeutsche kamen, immer schäbig. Als wenn die Alle nur gekommen wären, um hier besser zu leben. Die haben sich – im Gegensatz zu Anderen – jedenfalls gut integriert und sind wirklich eine Bereicherung für unser Land.

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Unter welch brutalen Umständen diese Menschen unter Stalin bei ihrer Deportation behandelt wurden, kann man sogar bei der linken Wiki erfahren. „Familien wurden auseinandergerissen, die Menschen wurden mit Viehwaggons transportiert und irgendwo in den Steppen Kasachstans „abgekippt“, wo sie sich Erdhütten gruben und mit Entsetzen dem bevorstehenden Winter entgegensahen. (Oder auch im „malerischen“ Sibirien J.R.) Wieder andere wurden Kolchosen zugewiesen und mussten dort nach Überlebensmöglichkeiten suchen, die man den „Faschisten“ eigentlich gar nicht zubilligte. Gleichzeitig wurden ihre staatsbürgerlichen Rechte aberkannt und ihr Eigentum bis auf ein geringes Handgepäck eingezogen. Die meisten von ihnen waren im Alter zwischen 14 und 60 Jahren und mussten in Arbeitslagern unter unmenschlichen Bedingungen arbeiten. Mehrere Hunderttausend – die nicht ermittelte Zahl schwankt um 700.000 – starben in dieser Zeit vor allem an schlechten Arbeits-, Lebens- oder medizinischen Bedingungen.“

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Ich stand in den 90er Jahren vor dem russischen Konsulat in Bonn in der Schlange. Neben mir ein bereits nach Deutschland übersiedelter Rußlanddeutscher. Ich fragte ihn, was er im Konsulat wolle. Er meinte, er wolle seine russische Staatsbürgerschaft zurückgeben. Auf meine verwunderte Frage, was er den davon habe, schließlich müsse er dann für jede Reise nach Rußland ein Visum beantragen, antworte er: Er habe Angst, daß sich die Zeiten nochmals ändern könnten und er dann von den Russen erkannt und deportiert würde.

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Diese Antwort war sicher irreal, ist aber ein Zeichen dafür, welche Ängste im Kolektivbewußtsein einer Gruppe über Generationen bleiben, die ein Schicksal wie die Rußlanddeutschen erlitten hat. Wenn man das weiß, kann man auch manche überspitzte Bemerkung, z.B. von jüdischer Seite, eher gelassen betrachten.

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Die deutsche Öffentlichkeit weiß bis heute nichts oder wenig über diese traurige Vergangenheit. Gauck wird das sicher auch nicht ändern. Opfer sind für ihn wohl nur die „Anderen“.

Manchmal kommt der „Erinnerungsschatten“ der politischen Kaste recht, warum auch immer.

One Comment leave one →
  1. Senatssekretär FREISTAAT DANZIG permalink
    6. Mai 2015 20:58

    Hat dies auf Aussiedlerbetreuung und Behinderten – Fragen rebloggt und kommentierte:
    Die Kriegsgefangenen berichten aber etwas anderes, siehe Heimkehrer von denen in er Heimat als Agenten und Verräter nach Sibirien verbannt! Fälscht mal weiter Geschichte, es wird sich zeigen, wer da für Euch noch arbeitet! Glück, Auf, meine Heimat!

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