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Griechenland: Endlich mal einer, der eine Prognose wagt

7. Juli 2015

Geht es Ihnen auch so: Seit Wochen ununterbrochen Meldungen über die Verhandlungen mit Griechenland. Aber keine Analyse. Was macht eigentlich unsere Botschaft in Athen? Oder die zahlreichen Denkfabriken? Kann keiner von denen uns mal sagen, was die Griechen vorhaben?

Also muß wieder der Altmeister ‚ran, Thilo Sarrazin in der „Bild“ im Gespräch:

Wie beurteilen Sie das Verhalten von Ministerpräsident Tsipras?

Er handelt eiskalt und folgerichtig. Er will ein souveränes Land, das sich seine Entscheidungen nicht aus Brüssel diktieren lässt, und wird es bekommen. Tsipras weiß genau, dass das nicht mit dem Euro geht. Das nimmt er billigend in Kauf. Jetzt wird er eine große Inszenierung starten, dass das böse Europa die armen Griechen alleinlässt. Dann werfen wir ihnen aus schlechtem Gewissen noch ein bisschen Geld hinterher. Währenddessen wird Tsipras in Ruhe den Grexit vorbereiten. Mit über 61 Prozent beim Referendum hat er nach deutschen Verhältnissen eine CSU-Mehrheit zu besten Strauß-Zeiten. Ein ungeheuer starkes Mandat. Er kann sich jedwede Verrücktheit leisten, wird von seinem Volk gestützt.“

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8 Kommentare leave one →
  1. Max Mustermann permalink
    7. Juli 2015 14:30

    Ich zitiere einen Spruch aus dem Land des einst real existierenden Sozialismus in abgewanderter Form auf Griechenland von heute:

    VON GRIECHENLAND LERNEN HEISST SIEGEN LERNEN !

  2. 8. Juli 2015 16:24

    Schon wieder mal das alte Jammerlied. Tsipras heute in Straßburg:
    »Es sei nicht in der Absicht Athens, die europäischen Steuerzahler zu belasten. Aber sie sollten wissen, dass die Hilfsgelder nicht dem griechischen Volk zugute gekommen, sondern in die Banken geflossen sind.«
    Klingt doch gut. Diese bösen Banken! Natürlich bekommen die Banken das Geld, denn sie haben schließlich den Kredit gegeben. Vielmehr sollte man fragen:
    »Was hat denn die griechische Regierung mit dem Kredit gemacht? Hat sie in Infrastruktur, Bildung und Industrie investiert oder davon Löhne und Renten bezahlt und neue Arbeitsplätze im Staatsdienst geschaffen?«
    In letzterem Fall ist das Geld natürlich futsch.

  3. 10. Juli 2015 13:40

    Hat dies auf rundertischdgf rebloggt und kommentierte:
    Interessante Worte von Sarrazin zur griechischen Tragödie. Eine Fundsache, die wir hier einstellen.

  4. Melanie permalink
    10. Juli 2015 22:09

    Jeder wusste, dass diese Menge an Krediten niemals wieder zurückbezahlt werden kann.
    Eigentlich war das schon sittenwidrig, ein Land in eine derartige Schuldenfalle zu treiben, indem man ihnen unbegrenzt Kredite gab. Aber was interessiert das Leid der Menschen, wenn Kreditzinsen locken und Profit, Profit, Profit. .
    Da stellt sich die Frage: “ Was war die Absicht dahinter? “ Seriös war das jedenfalls nicht. Ehrlich gesagt geschieht denen recht, die jetzt verlieren, Kredite abschreiben können.

  5. 11. Juli 2015 09:48

    Um uns das Leid der griechischen Renter zu demonstrieren, bringt heute früh n-tv einen Rentner auf den Bildschirm, der völlig verzweifelt ist und nicht mehr ein noch aus weiß. Früher hatte er 3000 € (in Worten dreitausend, indisch drei-null-null-null) monatlich, jetzt nur noch 1500. Wie kann man davon leben, wenn man auch seinen arbeitslosen Sohn unterstützen muß!? Ein ähnliches Schicksal teilt eine Frau, die mit 52 Jahren in Rente ging.
    Ich kann nur sagen: Armes DEUTSCHLAND, (das DIESEM Land auch noch Geld gibt.)

    • gunstickuncle permalink
      11. Juli 2015 11:39

      Ich hab 40 Jahre in diesem Deutschland gearbeitet, wurde krank und muss jetzt mit knapp 600 € Erwerbminderungsrente leben. GsD beziehe ich noch ne kleine Unfallrente (200 €). Sonst Könnte ich mir die Kugel geben, oder mir nen Strick kaufen!
      So siehts aus, in der freiheitlichen demokratischen BRD!

  6. francomacorisano permalink
    13. Juli 2015 21:49

    Das neuzeitliche Griechenland darf mit dem Griechenland der Antike nicht verwechselt werden! Mehrere hundert Jahre osmanische Besetzung haben tiefe Spuren hinterlassen und eine Schlitzohrigkeit gegenüber dem Staat zur Mentalität werden lassen. Schließlich müssen “Ungläubige” in moslemischen Ländern korangetreu Sondersteuern (“Dschizya”) bezahlen.

    Nach der Unabhängigkeit war Griechenland immer ein labiler und chaotischer Staat. Bürgerkriege mit kommunistischen Rebellen, Korruption und Misswirtschaft führten mehrfach zum Staatsbankrott. Im 2. Weltkrieg haben nicht nur deutsche, sondern auch italienische Soldaten gewütet. Es folgte eine brutale Militärdiktatur. Anschließend haben sich Sozialisten und Konservative mit Vetternwirtschaft, teuren Wahlgeschenken und unbezahlbaren sozialen Wohltaten überboten, was ganz aktuell wieder zum Staatsbankrott führt. Schaut in die Geschichtsbücher. Es war alles schon einmal da!

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