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Flüchtlingswelle in Europa aus der Sicht einer russischen Reporterin

30. August 2015

Aus dem Gelben Forum

.

Hier der Originalbericht mit Bildern und Videos:

http://best.kp.ru/msk/europe_migrants/

Ich übersetze einige Auszüge:

„… Der erste Fernbus hält im Zentrum des serbischen Städtchens Канижа an.
Die Ankömmlinge sind überwiegend junge Männer unter 30. Es sind aber auch in Hijab gekleidete Frauen mit kleinen Kindern dabei. Trotz der Hitze tragen sie schwarze Wollkleider, manche von ihnen sogar schwarze Handschuhe. Um neun Uhr öffnet das Cafe und die Flüchtlinge bevölkern diese, um ihre Iphones und Notebooks zu laden…

Die Nacht bricht ein. Es bilden sich kleinere Gruppen. Jede dieser Gruppen hat einen Führer. – „Sie verlassen die Stadt zu Fuss und werden dann von den Zigeunern, die als Schlepper fungieren, aufgelesen und über die Grenze zu Ungarn gebracht,“-erzählt mir der Taxifahrer Viktor…

Ein Park in Belgrad. Männer, die sich in den Fontänen waschen, ganze Familien, die auf Rasenflächen lagern. Eine Gruppe Männer stürzt sich auf mich, einer spricht mich in Englisch an: -„Sie dürfen hier nicht Fotografieren!“
-„Ach so“-, antworte ich zurück,- „das ist ein öffentlicher Platz und ich bin Journalistin.“-„Hier sind unsere Frauen“,-erwidert mein Opponent.-„Na und? Wenn ihnen das nicht passt, können sie doch zurückkehren, sie wissen doch, dass Belgrad die Hauptstadt eines christlichen Landes ist! Wie lange sind sie denn schon in Belgrad?“-„Drei Tage“,-antwortet mein Gegenüber etwas verunsichert.-„Und sie stellen bereits hier ihre Regeln auf? Das ist nicht euer Land.“

Wir schliessen Frieden und lernen uns etwas kennen. Mein neuer Bekannter heisst Chalid und kommt aus Damaskus.

-„Ich bin ein echter Syrer“,-sagt er mit gewissem Stolz,-„nicht so wie die meisten hier. Sie lügen alle, dass sie aus Syrien kommen. Keiner interessiert sich für Flüchtlinge aus Libyen, Irak, Tunesien. Sogar Afghanen sind jetzt auch Syrer geworden…“

Chalid ist mit Freunden aus Syrien geflüchtet, um nicht in die Armee zu müssen.

-„Warum soll ich für Assad kämpfen? Ich fahre lieber nach Deutschland.“
-„Und warum nicht nach Griechenland oder Serbien?“-Chalid rümpft die Nase.
-„Ich wusste nicht, dass Europa so arm ist. Wir hatten in Syrien vor dem Krieg ein viel besseres Leben als hier. Ich habe allein für die Fahrt nach Belgrad 3000$ bezahlt. Um nach Deutschland zu gelangen, muss ich noch einmal 1500$ nachlegen. Ich habe Geld, könnte mir sogar ein 5-Sterne-Hotel leisten, doch die lassen mich nicht rein. Meine Aufenthaltsgenehmigung ist heute
abgelaufen. Dafür gibt es in Deutschland später alles umsonst. Bildung, finanzielle Hilfe, Unterkunft. Dort ist es sehr gut! Ich möchte Wirtschaft studieren. Wenn ich mich eingerichtet habe, werde ich meine Familie nachkommen lassen.“

Ich kann bei Bedarf noch mehr übersetzen, der Bericht ist m.E. hochinteressant, muss aber aus Zeitmangel abbrechen.

Gruß, P.

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2 Kommentare leave one →
  1. 30. August 2015 22:44

    Hat dies auf MURAT O. rebloggt.

  2. 2. September 2015 12:25

    Vielen Dank. Bitte weiter übersetzen, falls möglich.

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