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Für welches Deutschland kämpft man eigentlich?

16. Oktober 2015

Michael Klonovsky, Acta diurna am 13.10.2015:

„Will unsereins tatsächlich in die Bütt steigen für ein ästhetisch dementes Volk von Mario-Barth-Guckern, in dem eine solide Mehrheit Dieter Bohlen für einen bedeutenderen Tonsetzer hält als, sagen wir, Brahms, eine noch solidere Mehrheit nichts dabei findet, in Unterwäsche auf die Straße zu gehen, in dessen freilich immer poröser werdendem Verbreitungsgebiet für nahezu jede Kunstbiennale, Opern- und Theaterdarbietung gilt: „Palmyra auch hier“ (Strauß), und in dessen Gazetten Kommentare wie der in Rede stehende, ich zitiere mich selber, denn wen soll man sonst noch zitieren, in der Baumschulenschlichtheit von Reichsparteitagsmarschblöcken immer aufs Neue gedruckt werden? Gibt es noch irgendein Geheimes Deutschland, auf das nach dem großen Kladderadatsch zu zählen wäre? Oder werden wir sein ein einig Volk von Rappern?“

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7 Kommentare leave one →
  1. 16. Oktober 2015 15:24

    „Deutschland“ ist ein poliltisches Konstrukt, ein Machtinstrument in den Händen der Herrschenden, der Großmachtträumer, was Jahrhunderte währte waren deutsche Völker und Staaten, selbstständig und doch vereint. Die Reichsverfassung von 1871 könnte ein Vorbild sein, wenn man die zentralistischen Element streichen würde.
    Zurück in die Zukunft, möchte ich da sagen.

    • 16. Oktober 2015 20:03

      Du wünschst Dir eine Zukunft ohne Grundrechte? Dir kann geholfen werden! Für den fortwährenden Abbau von Grundrechten sorgt der Bundestag in seiner aktuellen Verfassung nämlich vorbildlich. Heute zum Beispiel…

      • 17. Oktober 2015 05:34

        Grundrechte sind wie Tierschutzrechte, die werden mir von irgendwem gegeben oder zugestanden. Selbst ist der Mann, ich gebe oder gestatte. So ist jedenfalls meine Grundeinstellung.

      • 17. Oktober 2015 05:53

        Das ist aber eine merkwürdige Rechtsauffassung. Denn die Grundrechte werden nicht von irgendjemandem gegeben oder zugestanden, sondern vom Grundgesetz als unmittelbar geltendes Recht anerkannt. Und zwar nicht nur nach gängiger Rechtmeinung, sondern auch direkt aus dem Wortlaut zu erkennen. Auch wenn die Bundesregierung daran arbeitet – bisher hat das ganz gut funktioniert. Jetzt schon über 60 Jahre übrigens. Wohin genau hat das Fehlen der Grundrechte in der Verfassung von 1871 in kürzerer Zeit geführt?

  2. 17. Oktober 2015 13:34

    @tm
    Wer hat denn das GG entworfen und verabschiedet? Durfte über das GG abgestimmt werden? Einzelne Länderverfasssungen, wie z. B. Bayer., wurden per Volksabstimmung vom Volk bestätigt, das fehlt dem GG bis heute gänzlich.
    Auch können diese sog. Grundrechte i. d. R. durch einfache Mehrheiten in den Länderparlamenten ausgehbelt werden, dies wurden und werden sie auch.
    Das Fehlen von Grundrechten hat sicherlich nicht zum 1. Weltkrieg geführt, die Ursachen waren andere.
    Die Reichsverfassung diente als Beispiel einer föderalen Staatengemeinschaft.

    • 17. Oktober 2015 14:25

      Für die kleine Polemik bitte ich um Entschuldigung. Wegen dieser und auch der Antwort in Deinem Blog muss ich nachdenken. Könnte sein, dass wir gar nicht sooo weit voneinander entfernt sind.

    • 17. Oktober 2015 14:26

      Die quasi-religiöse Überhöhung des Grundgesetzes ist albern und z.T. auch peinlich. Denn das Grundgesetz ist ein Dokument des Mißtrauens gegen das eigene Volk. Aus der Nachkriegssituation vielleicht noch verständlich, für eine echte Demokratie aber nicht akzeptabel.
      .
      Wer die Reichsverfassung von 1871 liest, wird feststellen, das sie den Vergleich mit Weimar vielleicht scheuen muß, den mit dem Grundgesetz sicher nicht. Die meisten Politikgebiete wurden „unten“ entschieden, in Ländern und Gemeinden. Das ist wahrhaft demokratisch, nicht dieser Zentralismus a la GG und Brüssel.
      .
      Und man bedenke das geistige Klima des Kaiserreiches. Ich zitiere noch einmal Klonovsky: „Ich gehe eigentlich davon aus, dass sich sogar ein bundesrepublikanischer Brotberufsjournalist ahnungshalber im Bilde darüber befindet, dass das Deutschland der Kaiserzeit sowohl kulturell als auch wissenschaftlich als auch wirtschaftlich als auch alltagsästhetisch und nicht zuletzt militärisch der Neid der Welt und dem heutigen Deutschland durchaus überlegen war, zu schweigen von Petitessen wie der Qualität der Reden im Parlament und dem fundamental pluralistischen geistigen Klima. “
      .
      Aber auf solche Erkenntnisse, lieber Gerhard, ist unsere Turkischmaid aber nicht programmiert…

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