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Wie erkläre ich’s meinem Journalisten?

6. November 2015

Aus der Serie „Wie erkläre ich’s meinem Kind?“ erläutert FAZ-Schreiber Oliver Kühn den Kindern die Grenzen: „Die Sache mit den Mauern, Zäunen und Grenzen“
Und er schildert dem Kind die Schengen-Zeit: „Europa wurde so grenzenlos, wie es seit mehr als tausend Jahren nicht gewesen war. Zuletzt hatte das Römische Reich einen ähnlich grenzenlosen Raum in Europa geschaffen.“
Grenzen gab es in der Vergangenheit schon, aber welche Bedeutung hatten sie? Stephan Zweig erzählt in seinem sehr lesenswerten Buch „Die Welt von gestern“ über seine Reisen vor dem 1. Weltkrieg: „In der Tat: nichts vielleicht macht den ungeheuren Rückfall sinnlicher, in den die Welt seit dem ersten   Weltkrieg   geraten   ist,   als   die   Einschränkung   der   persönlichen   Bewegungsfreiheit   des Menschen und die Verminderung seiner Freiheitsrechte. Vor 1914 hatte die Erde allen Menschen gehört. Jeder ging, wohin er wollte und blieb, solange er wollte. Es gab keine Erlaubnisse, keine Verstattungen, und ich ergötze mich immer wieder neu an dem Staunen junger Menschen, sobald ich ihnen erzähle, daß ich vor 1914 nach Indien und Amerika reiste, ohne einen Paß zu besitzen oder überhaupt je gesehen zu haben. Man stieg ein und stieg aus, ohne zu fragen und gefragt zu werden, man hatte nicht ein einziges von den hundert Papieren auszufüllen, die heute abgefordert werden. Es gab keine Permits, keine Visen, keine Belästigungen; dieselben Grenzen, die heute von Zollbeamten, Polizei, Gendarmerieposten dank des pathologischen Mißtrauens aller gegen alle in einen Drahtverhau verwandelt sind, bedeuteten nichts als symbolische Linien, die man ebenso sorglos   überschritt   wie   den   Meridian   in   Greenwich. 

Man konnte also noch vor nur 100 Jahren herrlich reisen, Herr FAZ-Kühn. Bitte erklären Sie das dem Kinde. Und erklären sie ihm, daß Stephan Zweig von seinem eigenen Geld gereist ist, nirgendwo schmarotzt hat, sich in fremden Ländern wie ein Gast benommen hat und daher dort auch willkommen war.

4 Kommentare leave one →
  1. kuehl permalink
    7. November 2015 01:31

    einem Lohnschreiberling muss man nichts erklären. Er weiß um seine Defizite spät in der Nacht.
    Aber ihr anderen klugen Köpfchen könntet mal langsam aus der Deckung kommen, Die Nazi-Keule schrumpft endlich auf das was sie immer war. Ein Taktstöckchen.Also Angst beiseite und outed euch mal. Intellektuelle Unterstützung kann nie schaden. Ein Broder macht noch keinen Sommer.

  2. kuehl permalink
    7. November 2015 01:57

    der „mainstream“ ist ein selbsternannter. Eine desorientierte Clique mit 68″ Wurzeln. (bin selbe Generation aber statt „sit ins“ FU Berlin ne Lehre gemacht.) Es ist ihnen tatsächlich
    gelungen, begünstigt durch damalige gesellschaftspolitische Veränderungen, uns alle für Dekaden zu übernehmen. Ich finde mit der Spinnerei muss jetzt mal Schluss sein. Und mit kiffenden selbstfinderischen Menstruationserfahrungen auch. die Zeiten sind ernst und der etwas realistischere Teil der Bevölkerung hat besseres verdient als Bevormundung. wir sind
    mainstreaming. Lasst euch nicht den <<<<<<schneid abkaufen.

    Im übrigen bin ich der Meinung, dass Karthago zerstört werden muss!
    Verzeih mir Mago Hannibal

  3. kuehl permalink
    7. November 2015 02:49

    diese elenden Berliner Luxus-Fett-Schranzen. Der Arbeiterschaft den internationalen. Wettbewerbsvorteil abgepresst. Aber Hinz und Kunz bekommen nichts zurück. Jamal und Ismael profitieren bis in die x te Generation. Warum haben wir keine Eier mehr. Besinnt euch! Männer, hört auf Kinderwagen zu schieben und macht Liegestütze. Verbietet eurer Frau zum Psychologen zu rennen. Kocht selber und fresst keinen JunkFood. Findet euch wieder!!!!!!! Auch und ins Besondere ihr Frauen, denn ihr ward das primäre Ziel. Mal ehrlich, seid ihr glücklicher als eure Omas und Mütter? Könnt ihr noch Marmelade machen und habt ihr noch die allgemeinen Fähigkeiten wie sie? Nein. man hat euch genauso kastriert wie eure Männer.

    ego sum sententia Carthargo delenda (Scipio Africanus) röm. Senatator
    Der Mann hatte noch n Feindbild. OK. Wir haben Schmusedeckchen. Mal sehn wer überlebt.

  4. 7. November 2015 12:55

    Warum so viel Hass, lieber kuehl? Warum nicht ein wenig Textkritik, z.B. auch am Text von Zweig? Wer genau war denn der „Jeder“, der laut Zweig gehen konnte, wohin er wollte? Zunächst mal scheint es sich da auf keinen Fall um ein generisches Maskulinum gehandelt zu haben: Frauen hätten wohl eher nicht sicher reisen können. Aber die Männer? Welche? Die, die Maria Theresia nach Ungarn geschickt hat? Die, die in den Fabriken der Industrialisierung malochen mussten? Nein, Zweig spricht von Aristokraten, die sich das leisten konnten. Für sie besteht heute immer noch weitestgehende Reise- und Niederlassungsfreiheit. Denke nur mal an die Russen, die in Zypern nur einen Batzen Geld lassen müssen, und schon „sind“ sie „Europäer“ mit allen wirtschaftlichen Vorteilen. Zum Willkommensein auf Reisen gehört und gehörte schon immer das nötige Kleingeld. Österreichische Bergdörfer spezialisieren sich auf Scheichs aus den Emiraten – aber durch Flucht und Schlepper arm gewordene Syrer sind weniger willkommen. Nene, da wird zusammengeworfen, was nicht zusammen gehört. Was auch immer das neokonservative FAZ-Blättchen schreibt: Den Zweig zur Widerlegung auszupacken – das geht daneben 🙂

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