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Pegida – Eine Beschreibung

17. November 2015

„Die Mehrheit der Pegida-Demonstranten sind Menschen, die bereits im Herbst 1989 auf den Straßen waren. … Es gibt Parallelen, sogar erstaunlich viele Parallelen. Es haben sich Probleme angestaut, deren ganze Dimension mit den Sprachregelungen des herrschenden politischen Systems nicht ausgesprochen werden kann. Diejenigen, die als erste die offenen Fragen in einer eigenen, volksnahen Sprache öffentlich zu artikulieren suchten, wurden von einer gleichgeschalteten Presse als Nazis diffamiert. Die bornierte Reaktion der Medien hat die Proteste angestachelt. … ‚Wer nicht links ist, ist ein Nazi.‘ Dieser absurden Logik wird heute kaum noch etwas entgegengestellt. … Die Pegida sah sich einer empörten Menge gegenüber, die in der Enttabuisierung der Asylproblematik bereits die Anfänge einer neuen Naziherrschaft zu erkennen glaubte. … Wenn man sich umhört unter den Pegida-Anhängern, so wird man geradezu überschüttet mit Fragen: Wie integrationsfähig ist unsere Gesellschaft wirklich? Wie viele Einwanderer können unsere Sozialsystem tragen? Was passiert, wenn mehr kommen? … Warum wird die Zuwanderung noch gefördert? Wem nützt es, daß die mitteleuropäischen Ländern mit entwurzelten Menschen geflutet werden? Führt die Zuwanderung billiger Arbeitskräfte zu einem Lohndumping? … Warum wurde hier eine Stimmung aufgebaut, in der man solche Fragen nicht frei diskutieren kann? Es hat den Anschein, daß die etablierten Stimmungsmacher sich diesen Fragen nicht gewachsen fühlen. … Das herrschende System kennt nur links und rechts. Und links und rechts sind in diesem Weltbild gleichbedeutend mit Gut und Böse. … Alle etablierten Parteien haben sich links von der Mitte positioniert. Die Unionsparteien haben ihr konservatives Profil preisgegeben. … Man verbiete sich sogar das Denken in die ‚falsche‘ Richtung – aus Angst vor den eigenen Gedanken. … Aus purer Angst davor, als ‚Nazis‘ beschimpft zu werden, haben wir jahrelang Unwahrheiten und offenkundigen Schwachsinn einfach hingenommen.“

Aus dem Vorwort von Michael Beleites, von 2000 bis 2010 Landesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen im Freistaat Sachsen, zu dem Buch: Pegida: Spaziergänge über den Horizont. Eine Chronik

Fundstelle: Rezension von Volkmar Weiss

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