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Darf man die Anschläge in Brüssel „politisch instrumentalisieren“?

23. März 2016

Stellen Sie sich bitte vor, Sie seien jungverheiratet, Vater oder Mutter eines zweijährigen Kindes.

Sie bitten Ihren Ehepartner, das Kind nicht unbeaufsichtigt im Badezimmer zu lassen, wegen Rutschgefahr.

Prompt hören Sie die Schreie des Kindes, stürzen ins Badezimmer und sehen: Das Kind hat eine blutende Kopfwunde, weil es gegen die Badewanne geschlagen ist.

Sie machen ihrem Partner/in Vorwüfe („Ich habe Dich doch ausdrücklich gewarnt!“) und die Antwort lautet: „Du solltest lieber Mitleid mit dem Kind haben. Ich finde es nicht gut, wenn Du den Schmerz des Kindes für Deine Vorwürfe instrumentalisierst.“

Im besten Falle würden Sie und ihr Partner/in dann laut schallend lachen.

 

Was im Privaten lächerlich wirkt, geht aber in der Politik:

„AfD-Frau Beatrix von Storch lässt es sich nicht nehmen, die Terroranschläge in Brüssel politisch zu instrumentalisieren“ schreibt die „Frankfurter Rundschau“.

Focus: „Nach den Terroranschlägen zeigen die meisten Menschen Entsetzen und Mitgefühl. Nicht so einige wenige Politiker, die versuchen, die Anschläge politisch zu instrumentalisieren.“

Die SED: „Der Linken-Vorsitzende Bernd Riexinger ….mahnte …. zur politischen Besonnenheit. Trotz der Bilder aus Belgien sei es „wichtig, vor einer Instrumentalisierung der Ereignisse zu warnen“.

Die Kinderfreunde: Mathias Wagner, Vorsitzender der Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Hessischen Landtag: „Gerade deshalb dürfen wir nach solchen brutalen Anschlägen nicht zulassen, dass Populisten sie für ihre Zwecke instrumentalisieren…“

.

Wie verblödet muß eine Gesellschaft eigentlich sein, in der einer Opposition vorgeworfen wird, sich wie eine Opposition zu verhalten, auf Mißstände hinzuweisen und zu versuchen, politsches Kapital daraus zu schlagen, wenn die Warnungen eintreffen?

Und wie war es denn nach Fukushima? Durfte man das auch nicht „instrumentalisieren“?

Deutschland 2016 ist das modernisierte Tollhaus.

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5 Kommentare leave one →
  1. 23. März 2016 17:36

    Hat dies auf Manfred O. rebloggt.

  2. gunstickuncle permalink
    23. März 2016 18:01

    Sie haben ja so recht, aber die angesprochen Beispiele zeigen, daß es sich hier um Aussagen handelt, die von ideologisierten Politikern und Journalisten gemacht worden sind, um dem Michel ihre Meinung aufzuzwängen.

  3. 23. März 2016 18:05

    Dem Michel die Meinung aufzwängen? Wie geht das?
    Mir zwängt keiner eine Meinung auf, die bilde ich mir immer noch selber.
    Ich wollte fragen, was „politisch instrumentalisieren“ überhaupt ist. Ist es, wenn Menschen die Wahrheit sagen, die andere betroffen macht? Das würde mich nicht stören.
    Würde man sich an so einen Mist halten, dann dürfte man gar nichts mehr sagen/schreiben, weil irgendwo immer einer kräht: „Du hast meine Gefühle instrumentalisiert, weil….“
    Das ist ja noch schlimmer als eine Nazi-Keule.

  4. Karl Eduard permalink
    23. März 2016 19:22

    Der von Storch ist nix heilig. Die gehört verboten.

  5. saejerlaenner permalink
    24. März 2016 08:28

    Was dem Jupiter erlaubt ist, das darf der Ochs noch lange nicht.

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