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Peter Scholl-Latour 2006 über Zivilgesellschaften, NGOs und Soros

6. Juni 2016

Aus dem Buch „Rußland im Zangengriff“ (bezogen auf Weißrußland)

„Bei den Krawallen gegen Milosevic in Belgrad vor fünf Jahren wurde die Generalprobe einer Aufstandsbewegung durchexerziert, die sich im wesentlichen auf eine Vielzahl von Non-Governmental Organizations« – NGO’s –, von »Nichtregierungs-Organisa-tionen« stützte, um Demonstrationen und öffentliche Proteste zu entfesseln. Natürlich sind mit den verdächtigten NGO’s nicht die karitativen Verbände, weder »Misereor« noch »Brot für die Welt« gemeint, und auch nicht »Amnesty International«, sondern jener professionelle Wanderzirkus von jungen Agitatoren aus diversen Ländern, die durch internationale Stiftungen gesteuert und finanziert werden.
Was Belarus betrifft, so finden die Manöver dieser sehr speziellen NGO’s und deren RußlandGeneralproben in Sonderausbildungslagern Polens und Litauens statt. Die CIA führt dabei häufig die Regie. Schon im März 1997 verwies Lukaschenko die »Soros-Stiftung« des Landes, die sich den Regimewechsel ganz offen zum Ziel gesetzt hatte. Wer die schillernde Persönlichkeit des milliardenschweren Finanzspekulanten und politischen Hasardeurs George Soros unter die Lupe nimmt – der gebürtige Ungar hatte 1992 sogar das britische Pfund durch seine Manipulationen ins Wanken gebracht und mit gezieltem Angriff auf die thailändische Währung zur Auslösung der ostasiatischen Wirtschafts-krise 1997/98 beigetragen –, vermag sogar einiges Verständnis für diese Verbotsmaßnahme aufbringen.
Es hat sich eine seltsame Praxis in den internationalen Beziehungen eingeschlichen, seit Washington – unter Berufung auf »freedom and democracy« – eine ganze Serie von »foundations« und »think tanks« von der Leine läßt, um unter Mißachtung aller Souveränitätsregeln in die Innenpolitik fremder Staaten einzugreifen. So versorgt die amerikanische Stiftung »National Endowment for Democracy« diverse weißrussische »Bürgerinitiativen« mit üppigen Spenden. Sie verfolgt die Absicht, die Republik von Minsk auch auf den Beitritt zur NATO vorzubereiten und sie zu den sakrosankten Prinzipien der freien Marktwirtschaft zu bekehren. Das »Pontis-Foundation’s Institute for Civic Diplomacy« gehört in die gleiche Kategorie. Die internen belarussischen »Nichtregierungs-Organisationen« ihrerseits stellen sich als Repräsentanten der Basisdemokratie dar. Die USA, die NATO, der Internationale Währungsfonds, die OSZE, die Weltbank und sogar liberale Elemente Rußlands stehen ihnen hilfreich zur Seite.“

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One Comment leave one →
  1. 9. Juni 2016 01:54

    Hat dies auf textblätter rebloggt.

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