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Aus der „Regensburger Vorlesung“ von Papst Benedikt XVI

8. September 2016

Als noch nicht der argentinische Jesuit im Papstgewand, dessen größte Sorge das Wohlergehen der Mohammedaner ist, über die Katholiken herrschte, sondern ein Gelehrter aus Deutschland, da durften noch kritische Bemerkungen, wenn auch in Form eines Zitates des byzantinischen Kaisers Manuel II., über Mohammed gemacht werden.

Papst Benedikt bewertete dieses Zitat in der Rede vom 12.09.2006 zwar als in „für uns unannehmbar schroffer Form“, aber jeder wußte, wie er das zu deuten hatte. Denn die Form zu kritisieren ist etwas anders, als den Inhalt.

Das Geheule in der mohammedanischen Welt war entsprechend.

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„All dies ist mir wieder in den Sinn gekommen, als ich kürzlich den von Professor Theodore Khoury benedikt xvi.PNG(Münster) herausgegebenen Teil des Dialogs las, den der gelehrte byzantinische Kaiser Manuel II. Palaeologos wohl 1391 im Winterlager zu Ankara mit einem gebildeten Perser über Christentum und Islam und beider Wahrheit führte. Der Kaiser hat vermutlich während der Belagerung von Konstantinopel zwischen 1394 und 1402 den Dialog aufgezeichnet; …

In der von Professor Khoury herausgegebenen siebten Gesprächsrunde (διάλεξις  – Kontroverse) kommt der Kaiser auf das Thema des Djihād, des heiligen Krieges zu sprechen. Der Kaiser wußte sicher, daß in Sure 2, 256 steht: Kein Zwang in Glaubenssachen – es ist wohl eine der frühen Suren aus der Zeit, wie uns ein Teil der Kenner sagt, in der Mohammed selbst noch machtlos und bedroht war. Aber der Kaiser kannte natürlich auch die im Koran niedergelegten – später entstandenen – Bestimmungen über den heiligen Krieg. Ohne sich auf Einzelheiten wie die unterschiedliche Behandlung von „Schriftbesitzern“ und „Ungläubigen“ einzulassen, wendet er sich in erstaunlich schroffer, für uns unannehmbar schroffer Form ganz einfach mit der zentralen Frage nach dem Verhältnis von Religion und Gewalt überhaupt an seinen Gesprächspartner. Er sagt: „Zeig mir doch, was Mohammed Neues gebracht hat, und da wirst du nur Schlechtes und Inhumanes finden wie dies, daß er vorgeschrieben hat, den Glauben, den er predigte, durch das Schwert zu verbreiten“. Der Kaiser begründet, nachdem er so zugeschlagen hat, dann eingehend, warum Glaubensverbreitung durch Gewalt widersinnig ist. Sie steht im Widerspruch zum Wesen Gottes und zum Wesen der Seele. „Gott hat kein Gefallen am Blut”, sagt er, „und nicht vernunftgemäß, nicht „σὺν λόγω” zu handeln, ist dem Wesen Gottes zuwider. Der Glaube ist Frucht der Seele, nicht des Körpers. Wer also jemanden zum Glauben führen will, braucht die Fähigkeit zur guten Rede und ein rechtes Denken, nicht aber Gewalt und Drohung… Um eine vernünftige Seele zu überzeugen, braucht man nicht seinen Arm, nicht Schlagwerkzeuge noch sonst eines der Mittel, durch die man jemanden mit dem Tod bedrohen kann…“.

Der entscheidende Satz in dieser Argumentation gegen Bekehrung durch Gewalt lautet: Nicht vernunftgemäß handeln ist dem Wesen Gottes zuwider….“

 

2 Kommentare leave one →
  1. 8. September 2016 15:02

    Hat dies auf Treue und Ehre rebloggt.

  2. Johann Braun permalink
    9. September 2016 12:49

    Danke, daß Sie dies veröffentlicht haben! Man sollte diese Worte den Leuten eigentlich täglich erneut präsentieren, auch wenn die Stimme der Vernunft von den Unvernünftigen niemals gehört wird.

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