Skip to content

Deutschland im neuen Absolutismus?

9. März 2017

Oder wiederholt sich die Geschichte?

.

Aus Egon Fridells „Kulturgeschichte der Neuzeit“ (1927-1931):

„England war der einzige europäische Großstaat, der sich vom zeitgenössischen Absolutismus emanzipierte; hingegen wurde dieser in Deutschland fast kritiklos hingenommen. Die Devotion der Deutschen auch vor ihren kleinsten Potentaten war grenzenlos. …Infolge der Theorie von der Omnipotenz des Staates hielt der Herrscher sich für berechtigt, ja verpflichtet, sich in alles einzumischen, das ganze Privatleben des Bürgers wie ein tyrannischer Hausvater oder Klassenlehrer zu beaufsichtigen und zu korrigieren.“

(J.R.: Erinnert ich an heute: Jeden Tag verkündet mein Stammsender Radio Pjöngjang WDR5 ununterbrochen, wo der Staat noch etwas zu regeln habe).

.

„… Man begrüßte den Monarchen durch Kniefall und kniete sogar vor seinem leeren Wagen nieder, wenn man ihm auf der Straße begegnete. Damals kamen auch die zahlreichen Hofchargen auf: Kämmerer, Kaplan, Medikus, Stallmeister, Jägermeister, Zeremonienmeister; auch die Gewerbetreibenden schätzten es sich zur höchsten Ehre, zum Hofbäcker, Hofschneider, Hofschuster oder Hofgärtner ernannt zu werden.“

(J.R.: Die Hofchargen gibt es heute immer noch, sie heißen Parteistiftungen, NGOs, Denkfabriken usw.

Der Unterschied zum Hofbäcker? Der hat wenigstens noch Brot geliefert, die heutigen Hofchargen liefern meist nur Mumpitz).

.

„Alle Nichtadeligen, Bürgertum und Volk, wurden als „Roture“ verachtet, die nur dazu gut schien, dem Hof Geld, Soldaten und Handlanger zu liefern. Man war nicht eigentlich „grausam“ gegen sie: man hielt sie bloß für Geschöpfe von einer anderen Gattung, die dementsprechend auch andere Pflichten und a~dere oder vielmehr gar keine Rechte hätten.“

(J.R.: Hat sich was geändert? Entscheiden Sie selbst.)

.

„Macaulay sagt sehr zutreffend, daß Ludwig der Vierzehnte sich keine Skrupel daraus machte, seine Untertanen aufzuopfern, weil er sie höchstens mit den Empfindungen betrachtete, die man einem abgetriebenen Postpferd oder einem hungrigen Rotkehlchen entgegenbringt. Daß diese Anschauungen auch in Deutschland durchdrangen, war eine der Folgen der Französierung, über die Christian Thomasius bemerkte: „Französische Kleider, französische Speisen, französischer Hausrat, französische Sprache, französische Sitten, französische Sünden, ja gar französische Krankheiten sind durchgehends im Schwange.“

(J.R.: Heute durch Amerikanisierung abgelöst).

.

„Dieser Thomasius bedeutete einen der wenigen Aktivposten des damaligen deutschen Geisteslebens.

Er war einer der frühesten und leidenschaftlichsten Gegner der Folter und der Hexenprozesse, (J.R.: Wer an Hexen glaubt, der ist für den Genderwahn garantiert auch empfänglich) der erste Gelehrte von Rang, der deutsch schrieb und deutsche Vorlesungen hielt, und der Herausgeber der ersten populären deutschen Zeitschrift, der „Freimütigen, lustigen und ernsthaften, jedoch vernunft- und gesetzmäßigen Gedanken oder Monatsgespräche über alles, fürnehmlich über neue Bücher“, in denen er in einer zwar immer noch schwülstigen, ungelenken und mit zahllosen französischen Brocken vermengten Sprache, aber mit viel Witz und Anschaulichkeit und staunenswerter Kühnheit fast ein halbes Jahrhundert lang alle Mißstände seines· Volkes und Zeitalters bekämpfte: die Pedanterie und Aufgeblasenheit der Professoren, die Intoleranz der Geistlichen, die Charlatanerie der Ärzte, die Rabulisterei der Juristen, die Sittenroheit der Studenten, die Unredlichkeit der Kaufleute, die Trägheit der Handwerker, die Liederlichkeit des Adels und noch vieles andere. Seine Hauptforderung ist, „daß man sich auf honnete (Ehrlichkeit J.R.), Gelehrsamkeit, beaute d’esprit (Schönheit des Geistes J.R.), un bon gout (guten Geschmack J.R.) und Galanterie befleißige“; sein ausschließlicher Wertmesser ist „Nützlichkeit und Brauchbarkeit fürs Leben“. Er ist damit der Vater der deutschen Aufklärung geworden, zu einer Zeit, wo noch Mut und Originalität dazu gehörte, solche Prinzipien zu verfechten, und zugleich der Vater des deutschen Journalismus, indem er es zum erstenmal unternahm, geistige Fragen in einer Form zu behandeln, die für jedermann verständlich und anregend war.“

(J.R.: Es gibt glücklicherweise auch Vorbilder. Man sieht, man kann die Dunkelheit auch wieder aufhellen)

Advertisements
One Comment leave one →
  1. 9. März 2017 15:07

    Ja sehr gut untersucht und dargestellt,es fehlt jetzt noch das rezept um das zu aendern oder gar zu verbessern.
    Was ist zu tun??????
    Oder ist es nicht schon zu spaet, ist 2018 der punkt ohne rueckehr .
    Veruchte republik

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: