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Charles Darwin…

27. April 2017

…gilt – laut Wikipedia – „wegen seiner wesentlichen Beiträge zur Evolutionstheorie als einer NPG 1024,Charles Robert Darwin,copy by John Collierder bedeutendsten Naturwissenschaftler.“

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Nun, wie wird man ein „bedeutender Naturwissenschaftler“?

Zunächst ist es wichtig – und das müssen wir unserer Jugend täglich einhämmern -, daß man aus dem anglo-amerikanischen Kulturkreis kommt. Ähnlich gut ist es, wenn man gewissen religiösen Kleingruppen angehört.

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Italiener, Franzosen, Deutsche, Russen oder Japaner sind halt etwas einfacher gestrickt und haben daher zum wissenschaftlichen Fortschritt fast nichts beigetragen.

Eine gewisse Veredelung kann stattfinden, den einer aus diesen Doofenvölkern z.B. beim MIT anfängt, dann kann vielleicht noch was aus ihm werden.

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Zurück zu Charles Darwin.

Was hat der denn jetzt tatsächlich Wichtiges gemacht? Egon Fridell schreibt in seinem Buch „Kulturgeschichte der Neuzeit“:

„Charles Darwin, dem seine Anhänger das stolze Prädikat eines „Kopernikus der organischen Welt“ verliehen, ein vortrefflicher Gelehrter und reiner kindlicher Geist, der unermüdlichen Wissensdrang mit der Schlichtheit eines echten Gentleman und der Demut eines wahren Christen zu vereinigen wußte, hat seine Beobachtungen in einem 1859 erschienenen Monumentalwerk niedergelegt, dessen voller Titel lautet: „On the origin of species by means of natural selection; or the preservation of favoured races in the struggle for life“; seine übrigen Werke enthalten nur Erläuterungen, Ausbauten und Supplemente, und eigentlich steht der ganze Grundgedanke schon im Titel des Buches, das ihn bloß durch eine Fülle von  Anschauungsstoff belegt. Darwin hat sich in edler Bescheidenheit, die aus weiser Selbstkritik entsprang, niemals für einen Philosophen gehalten, sondern nur für einen Naturforscher, der Tatsachen sammelt und an sie einige vorsichtige Hypothesen knüpft. Seine Vorgänger waren Linne Cuvier und Lamarck. Linne hatte, wie wir uns erinnern, eine genaue Klassifizierung der Tiere und Pflanzen in Stämme, Arten und Varietäten vorgenommen und den Menschen unter die Säugetiere eingereiht, aber andrerseits erklärt: „es gibt so viele Spezies, als das unendliche Wesen von Anfang an geschaffen hat.“

Cuvier ging schon weiter, indem er zwar noch am Schöpfungsdogma festhielt, aber mehrere Schöpfungen annahm, die, durch regelmäßige Erdkatastrophen bedingt, für jedes geologische Zeitalter eine neue Flora und Fauna hervorbringen.

Ihm trat Lamarck entgegen, der in seiner „Philosophie der Zoologie“ die Entwicklung der Tierwelt durch die Verschiedenheit der Lebensbedingungen, in erster Linie aber durch Gebrauch oder Nichtgebrauch der Organe erklärte; eine ähnliche Theorie vertrat Geoffroy de Saint-Hilaire, nur daß er umgekehrt den Faktor des „monde ambiant“, der beständig wechselnden Umwelt in den Vordergrund stellte: in dem Streit, den er hierüber 1830 mit Cuvier ausfocht, stand Goethe auf seiner Seite; Aber schon gegen Ende des achtzehnten Jahrhunderts hatte der Großvater Darwins, Erasmus Darwin, in seiner „Zoonomia, or the laws of organic life“ Anpassung, Heredität, Erhaltungskampf und Selbstschutz als Prinzipien der Evolution aufgestellt; es scheint also beim Darwinismus selber Vererbung im Spiele gewesen zu sein.

Die entscheidende Anregung aber hatte Darwin von einem Autor erhalten, der mit Naturwissenschaft sehr wenig zu schaffen hatte: nämlich von Malthus, der gelehrt hatte, daß das Mißverhältnis zwischen der Zunahme des Nahrungsspielraums und dem Wachstum der Bevölkerung, die sich in geometrischer Progression vervielfältigte, während jener sich nur in arithmetischer Progression vergrößere, einen andauernden Kampf ums Dasein bedinge. Übrigens lag der Darwinismus, selber ein Produkt der menschlichen Anpassung an den Zeitgeist, in der Luft: 1858 hatte der Forschungsreisende Alfred Wallace eine Abhandlung verfaßt, deren Gedanken sich bis ins Detail mit denen der „Abstammung der Arten“ deckten, Spencer hatte schon in der ersten Hälfte der fünfziger Jahre eine Deszendenztheorie entworfen, und Henry Bates begründete wenige Jahre später die Lehre von der Mimikry. Erst diese Umstände veranlaßten Darwin nach mehr als zwanzigjähriger Vorarbeit zur Veröffentlichung seines Werks, die sonst vielleicht bei seiner außerordentlichen Gewissenhaftigkeit zu seinen Lebzeiten überhaupt nicht stattgefunden hätte.“

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3 Kommentare leave one →
  1. 27. April 2017 19:15

    > Zunächst ist es wichtig – und das müssen wir unserer Jugend täglich einhämmern -, daß man aus dem anglo-amerikanischen Kulturkreis kommt. Ähnlich gut ist es, wenn man gewissen religiösen Kleingruppen angehört.

    Ist das jetzt „Selektives Lesen“ oder sind es „Alternative Fakten“?

    Wikipedia Liste bedeutender Physiker 20 Jh. und danach: Röntgen, Planck, Curie, Sommerfeld, Rutherford (Oh!), Einstein, Noether, Born, Franck, Stern, Debye, Bohr, Schrödiinger, Rabi und weiter unten kommen dann auch noch ein paar „Angloamerikanische“.
    Mathematiker: Hilbert, Minkowski, Hausdorff, Lebesgue, Brouwer (NL), Noether, Weil, Ramanujan (IND), Banach,…
    Alles Amis.
    Und auch unter den Biologen sieht es für die Angloamerikaner nicht besser aus, aber die Liste ist hier weniger an der faktischen Bedeutung orientiert.

    In den Jahrhunderten vorher schneiden die „Angloamerikanischen“ (also die Briten) übrigens etwas besser ab, weil sie, bedingt durch ihre stärker kolonial geprägte Zeit, im damaligen Sinne „weltoffener“ waren, als die damals noch mehr mit sich selbst beschäftigten Deutschen. Und heutzutage ist es wohl eher eine Kostenfrage.

    Aber wer Verschwörung und Manipulation überall sucht, der findet sie wahrscheinlich auch unter der Fußmatte…

    • 30. April 2017 05:36

      Wer manipulation und propaganda der angloammerikanischen welt nicht sehen kann oder will sollte versuchen soe zu erschnueffeln, aber nicht verleugnen.

    • 30. April 2017 10:36

      Julius hat es ja schon gesagt:
      > das müssen wir unserer Jugend täglich einhämmern
      Anhand der geschilderten Sachlage lässt es sich nämlich nicht schließen und daher würden junge Menschen halt auch nicht drauf kommen.

      Natürlich gibt es Manipulation und Propaganda. Von allen Seiten. Auch von dieser. Gerade heute wieder Top-Thema in den Nachrichten, Wenn man sich darüber erregt, müsste man sie aber halt erst mal nachvollziehbar darlegen. Das geht, aber ich werde es nicht für euch übernehmen :-*

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