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„Christlich-jüdische Leitkultur“…

25. Mai 2017

…oder „christlich-jüdische Tradition“, das sind zur Zeit vielgeäußerte Begriffe, aber ist da überhaupt was dran?

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Das Judentum

Die Juden lebten bis zur französischen Revolution in ihren eigenen Straßen („Judengasse“), nach ihren eigenen Regeln. Das jüdische Gesetz galt, der Rabbi hatte die Macht in der Gemeinde. Eine klassisch-100%ige Parallelgesellschaft. Wie soll die eine Tradition für Deutschland begründen?

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Nach der rechtlichen Gleichstellung haben Juden sicherlich viel Einfluß auf Deutschland ausgeübt, aber wer von denen hat schon für das Judentum missioniert oder seine jüdischen Traditionen eingebracht?

Hat ein Felix Mendelsohn (mit 7 Jahren protestantisch getauft) Klezmermusik gemacht oder stand er in der Tradition von Bach und Mozart?

Und bedeutende Köpfe wie ein Heinrich Heine oder Egon Friedell sind zum Christentum übergetreten. Das soll man dann auch gefälligst respektieren und diese nicht weiterhin als Juden bezeichnen.

Jedenfalls haben die Juden nach 1800 sehr von der deutschen Kultur profitiert, ihr aber auch viel zurückgegeben. Aber deutsche Kultur zurückgegeben, nicht die Thora gepredigt.

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Und die Verwender dieses Ausdruckes von der „christlich-jüdischen Tradtion“ sollen mir bitte einmal erklären, warum man uns dauernd sagt, die Juden wären hier seit der Antike unterdrückt worden, wenn sie gleichzeitig unsere Tradition begründet haben? Entscheidet Euch mal!

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Das Christentum

Und was ist mit der christlichen Tradition oder Leitkultur?

Frage: Bestand der Kulturkampf der letzten 500 Jahre nicht in großen Teilen darin, den Einfluß der Kirche bzw. des Christentums zurückzudrängen? Mußte sich die Kirche im Kampf gegen die Aufklärung nicht geschlagen geben? Und anerkennen, daß der Glaube nur im Rahmen der Vernunft, den Erkenntnissen der Wissenschaft existieren kann?

0 : 6 verloren, aber sich anschließend zum Sieger erklären?

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Unsere Kultur ist natürlich trotzdem teilweise vom Christentum geprägt, aber eben nur im Rahmen dessen, was die Aufklärung übrig ließ.

Dieses ganze Geschwätz von der „christlich-jüdischen Leitkultur“ dient doch im Endeffekt nur dazu, unsere Kultur nicht über unsere Denker und Aufklärer zu definieren, sondern über eine Religion um sie damit mit dem Islam auf eine Stufe zu stellen. Und so zu tun, als hätte es die Aufklärung nie gegeben.

Deutschland auf dem Weg ins Mittelalter.

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