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Warum legen wir Deutschen uns nicht ab Freitag morgen in die Sonne?

10. Juli 2017

Deutschlands Leistungsbilanzüberschuss ist in der Tat der höchste der Welt (letztes Jahr 8,3 Prozent vom Bruttoinlandsprodukt bzw. fast 300 Milliarden US-Dollar) und keine Heldentat, sondern für Europa und zunehmend sogar global, aber auch für Deutschland selbst ein Problem“ schreibt Ökonom Prof. Alexander Dilger auf seinem Blog.

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Aber was geschieht mit den Überschüssen, legt Deutschland diese „auf die hohe Kante“, für später?

Dilger: „Können nicht zumindest wir Deutschen uns freuen, dass wir neben vielen Waren auch Arbeitslosigkeit exportieren und einen Schatz im Ausland anlegen? Vor allem diesem Eindruck verdankt Frau Merkel ihre Popularität, doch tatsächlich konsumieren wir Deutschen viel weniger, als wir könnten und mit eigener Währung auch würden. Diesem Konsumverzicht steht jedoch kein wachsendes Auslandsvermögen gegenüber, auf welches wir demnächst zurückgreifen könnten, wenn die staatliche Rente nicht reicht. Deutschland erbringt reale Leistungen für Targetsalden, uneinbringliche Griechenlandkredite und andere als Kredite getarnte Transfers. Auch Präsident Trump sollte sich eigentlich freuen, wenn er mehr von Wirtschaft verstehen würde, dass die USA so viele reale Güter und Dienstleistungen für Dollar erhalten, die sie aus dem Nichts schöpfen können.“

Also, Freunde, ab Donnerstag abend feiern am Baggersee.

 

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  1. Andreas permalink
    18. Juli 2017 22:18

    Was soll das bringen, sein Art.20 Grundgesetz „Wiederstandsrecht“ wahrzunehmen, ohne dabei Forderungen zu stellen?

    Deutschlands Aussenhandelsbilanz 2016, hatte beim Nettoexporte+Dienstleistungen einen Handelsbilanzüberschuss von 253mrd. Euro? Toll, aber bei welcher Kapitalbilanz?
    Der Zusammenhang zwischen Außenhandelsüberschuss und Ersparnisbildung ist ja, wenn ein Land einen Außenhandelsüberschuss erzielt bedeutet dies zwangsläufig einen Nettokapitalexport von Ersparnissen ins Ausland. Entweder in Form von Krediten oder aber in Form von Direktinvestitionen (Devisenhandel) im Ausland. So kann es sein, dass ein Land Ersparnisse aus dem Ausland importiert oder eigene Ersparnisse exportiert. Die Summe der Finanzierungssalden der vier Sektoren, private Haushalte, Unternehmen, Staat und Ausland ist allerdings zwingend Null. Ein Nettokapitalimport aus dem Ausland bedingt zwangsläufig ein genauso großes Handelsdefizit, wie umgekehrt ein Handelsüberschuss immer auch einen Nettokapitalexport in gleicher Höhe bedingt. Ein anhaltender Exportüberschuss führt also zu einem Anstieg der Forderungen an das Ausland bzw. des Auslandsvermögens, wenn auch nicht notwendigerweise im Verhältnis zum BIP. Als auch führen anhaltende Importüberschüsse aus importierenden Ländern und der Nettokapitalimport, zu einem Anstieg der Verbindlichkeit gegenüber dem Ausland bzw. Auslandschuldung. Ob der passive Saldo in der Handelsbilanz von 253mrd.€, nun als Nettokapitalexport das Auslandvermögen erhöht oder als Nettokapitalimport die Ausslandverschuldung verringert hat, ist bezüglich der Kapitalbilanz von interesse.

    Bis jetzt könnte man noch sagen, dass die Handelsüberschüsse ja nicht schlecht sind. Schließlich bauen wir Forderungen gegen das Ausland auf, die wir in den kommenden Jahrzehnten wenn bei uns die Folgen der Alterung voll durchschlagen entsprechend einlösen können um die Kosten zu tragen. Dies würde allerdings voraus setzen, dass wir das Geld ähnlich wie Länder mit Staatsfonds wie Norwegen, global diversifiziert und renditestark anlegen.

    Die Bundesregiereung hat noch nie das Volksvermögen irgendwo renditestark angelegt, sondern immer geglaubt sie hätte diversifiziertes Geld im Wirtschaftskreislauf.
    Deswegen haben unsere Geschäftsbanken und Versicherungen schon in den vergangenen Jahrzehnten unsere Ersparnisse lieber in US-Subprimes oder Griechische Staatsanleihen investiert. In der Finanzkrise hat unsere Private Finanzwirtschaft deswegen 400 – 600 Milliarden Euro Kapitaldefizit erwirtschaftet – also fast den Überschuss von zwei Jahren! Die Bundesregierung will auch nicht einsehen, warum man für eine Schuldendeflation die man Südeuropäischen Handelspartnern zur wirtschaftlichen Rezession mit extra Finanzhilfekrediten (Nettokapitalexport) reingedrückt hat, den Geschäftsbankensektor z.b. in Griechenland auch noch ordentlich refinanzieren sollte. Deswegen muss die EZB im Sekundärmarkt der Geschäftsbanken solche Anleihen aufkaufen, wodurch das Risiko einer Staatsinsolvenz zu einem erheblichen Teil an die EZB und ‚ihre‘ Nationalen Zentralbanken übergeht. Bei schlechter wirtschaftlichen Lage wird die EZB immer mit Zinssenkung mehr Geld an die Geschäftsbanken vergeben und expansive Geldpolitik betreiben, weil mit geringen Wirtschaftswachstums auch die Inflationsgefahren gering sind. Dann können Banken sich leichter refinanzieren, wieder mehr Kredite vergeben und die Zinsen senken, was Investitionen und Konsum stimuliert. Im Endeffekt läufts auf das selbe hinaus und die angekauften Währungsanleihen werden dann, sobald die Geschäftsbanken die gestiegene Geldbasis auch zur verstärkten Giral- und Kreditgeldschöpfung (bei Marktnachfrage, aktuell Kreditklemme) nutzen können und die wirtschaftliche Lage besser wird, also auch die EZB ihren Leitzins wieder anheben kann, Zinsbringend als Währungsanleihen für Direktinvestitionen (Nettokapitalimport) in das Strukturvolumen (€38%/$87%) des DevisenMarkt abgestoßen. Man mag es kaum glauben, aber Noten- oder Zentralbanken beziehen ihre Gewinne vor allem aus Refinanzierung von Kreditinstituten und einer zinsbringenden Anlage von Währungsreserven, auf ihrer Aktivseite in ausländischer Währung, Edelmetallen, Sonderziehungsrechten und Reservepositionen im Internationalen Währungsfonds gehaltenen Mittel zu Devisenmarktinterventionen und zur Finanzierung von Außenhandelsdefiziten.

    Allerdings lag die Summe von deutschen Handelsüberschüsse der Kapitalbilanz in den letzten Jahren, deutlich über dem Zuwachs des Auslandsvermögens der Leistungsbilanz. Unsere Bundesregierung wird ihre Macht als Eurofinanzmonopol bestimmt nicht freiwillig aufgeben. Das TARGET2-System sei dank, ist das Kreditfinanzhilfen rumwerfen mit Scheingeldern, für die Deutsche Bundesbank im Rahmen der Eurokrise zur dauerhaften Finanzierungsquelle anderer Euro-Notenbanken geworden sei. Diese Politik wird ungebremst fortgesetzt komme was wolle. Die Diskussion über Target II-Forderungen der Deutschen Bundesbank an die EZB, welche unter Schäubles lauten Trubelmachen im Zuge des EZB-Anleihenkaufs, warum wohl, als immer noch andauernde und sich verstärkende Währungskrise in Vergessenheit geraten ist, wachsen seit 2016 wieder an und lagen wieder über 600 Milliarden Euro. Als verzinste Finanzhilfenkredite liegen (Nettokapitalexport) unsere „Schätze vom Auslandvermögen“ aufgrund unserer geforderten Verbindlichkeiten (Deflations-+Auteritätspolitik) in den Krisenländern wie Griechenland, Portugal und Italien, die mit dem „Hauptfinanzierungssatz“ der EZB – also Null – verzinst werden. Boa ey, das sind doch mal interessante Kapitalbilanzen, welche als Finanzhilfen gesagt aber niemals als „deficit Spending“ im Sinne einer konjunkturellen Anschubfinanzierung gedacht waren. Die Länder im Europäischen Knebelfiskalpakt dürfen sich zum Konjunkturaufschwung, selber mit Schuldenbremsen aufhalten und zum Gesundschrumpfen im Nachfragesenken behaupten, um jeder zukünftigen Konkurrenz an Wettbewerbsfähigkeit zu entkommen. Wir sub-finanzieren in diesen Ländern eigentlich seit Jahren unsere eigenen Importdefizite, weil man die „Sparen, koste es was es wolle“ Deflations-Austeritätspolitik vom Schäuble durchzieht. Die Bundesregierung subventioniert mit Finanzhilfenversprechen, dreist über die Deutschen Bundesbank hinweg entschieden, unseren Nettoexporthandel in diese Ländern? Die Forderungen der Deutschen Bundesbank aus TARGET-2 Salden an die EZB, lagen im April 2017 bei 843mrd.€!

    „Wenn in Spanien eine deutsche Ware gekauft und per Überweisung bezahlt wird, so erwirbt die Bundesbank eine TARGET-Forderung gegenüber der spanischen Notenbank. Konkret räumt die Bundesbank der Geschäftsbank des Lieferanten ein Guthaben ein. Dies geschieht im Auftrag der spanischen Notenbank, die wiederum im Auftrag der Geschäftsbank des Käufers agiert. Somit wird ein spanisches Konto belastet und ein Guthaben einem Konto bei einer deutschen Geschäftsbank gutgeschrieben, ohne dass Vermögenstitel transferiert werden. Während die Bundesbank eine TARGET-Forderung erhält, entsteht bei der spanischen Notenbank eine TARGET-Verbindlichkeit. Die Bundesbank räumt also der spanischen Notenbank einen Kredit ein. Da diese Kreditbeziehungen immer über die EZB laufen, bestehen Forderung und Verbindlichkeit rechtlich gegenüber dem EZB-System.“

    Der wahre Schatze der Deutschen, ist die Geldillusion!

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