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Stauffenberg auf den Kopf gestellt

22. Juli 2018

„Oh, so ein Mist!“ werden die Planer unserer Gedanken ausgerufen haben, als AfD und Pegida anfingen, sich auf ihn und den 20. Juli 1944 zu berufen. „Jetzt machen wir seit 60 Jahren diesen Gedenkkult um den Claus Schenk Graf von Stauffenberg und ausgerechnet die wollen den Honig daraus ziehen.“

Was tun? Zurück geht nicht mehr. Also Flucht nach vorne antreten und ihn vom Nationalen zum Europäer umtaufen.

Selbst die Kanzlerin will bei soviel Geschichtsklitterung nicht nachstehen: „Der 20. Juli ist nicht irgendein Tag in der deutschen Geschichte. Viele Menschen haben ihr Leben für Europa, für ein gemeinsames Europa gelassen. Das sehe ich schon als einen wichtigen Auftrag an, der im Übrigen auch schon in der Präambel des Grundgesetzes niedergelegt ist.“ erklärt sie auf der diesjährigen Sommerpressekonferenz.

Wow, sie handelt in Stauffenbergs Auftrag! Hat sie Visionen, hört sie Stimmen?

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Apropos Stauffenberg: Kennen Sie Melitta Schenk Gräfin von Stauffenberg, die Schwägerin des berühmten Attentäters?

Sie, (Wiki) „Tochter des aus einer jüdischen Pelzhändlerfamilie stammenden Baurats“, war Flugzeugingenieurin und Pilotin und arbeitete im Krieg in der Rüstungsentwicklung. (Wiki) „Nach dem missglückten Putschversuch wurden sie und ihr Mann Alexander von den Nationalsozialisten in Sippenhaft genommen. Melitta wurde wegen ihrer „kriegswichtigen Aufgaben“ nach sechs Wochen aus der Haft entlassen und nahm bald ihre Forschungstätigkeiten wieder auf.“

Hat sie sicher alles nur für Europa gemacht!

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Wiki: „Melitta Schenk Gräfin von Stauffenberg wurde im Oktober 1939 … zur 20180722 Melitta von stauffenberg.PNGErprobungsstelle Rechlin der Luftwaffe abkommandiert. Hier setzte sie ihre Arbeit an Zielgeräten für Sturzflug- und Schießvisiere fort. Um ihre Verbesserungen an den Geräten auszuprobieren, führte sie selbst etwa 2.500 Sturzflüge mit den Stukas Junkers Ju 87 und Ju 88 vor.“

Gegen Ende des Krieges versuchte sie ihren Mann zu finden, der wegen des 20. Juli 1944 immer noch inhaftiert war. Sie schnappte sich ein Flugzeug, um ihn zu suchen. „Sie wurde dabei am 8. April 1945 in einer Bücker Bü 181 bei Straßkirchen (in der Nähe von Straubing) von einem US-amerikanischen Jagdflugzeug abgeschossen. Melitta konnte die Maschine noch notlanden, starb aber innerhalb weniger Stunden an den Verletzungen.“

Was für ein treues Weib und eine mutige Frau!

Und eine deutsche Patriotin, die noch nicht vom Idiotenkartell zur großen Europäerin umgelogen wurde.

 

 

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4 Kommentare leave one →
  1. 23. Juli 2018 03:54

    Erstklassiger Artikel! Danke fuer diesen interessanten Text.

  2. Waffenstudent permalink
    25. Juli 2018 21:09

    Nachtrag: Auch ich danke! Der Beitrag wurde bei mir archiviert; denn er beschreibt die Realität wie kaum ein anderer Beitrag! – Die verstorbene FDP-Chefin Hamm-Brücher durfte als Halbjüdin im Kriege studieren, wurde von Onkel Addi in Watte gepackt und hat sich bitter daüber beklagt! – Man lese das Buch: Mein verwundetes Herz. Das Leben der Lilli Jahn.“1900 – 1944

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  1. Das Adelinde-Gespräch » Blog Archive » Stauffenberg auf den Kopf gestellt

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