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Sommer 1975: Die erste Klimakatastrophe

3. August 2018

Unter dem Titel „Brand in der Lüneburger Heide“ erklärt man bei Wikipedia: „Das heiße Sommerwetter begünstigte die Brandentstehung und -ausbreitung durch die in einer anhaltenden Trockenperiode ausgetrockneten Nadelwälder der Heidelandschaft.“

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Ganz Deutschland trauerte damals um fünf Feuerwehrleute:20180803 Feuerwehr.PNG

„10. August 1975:

Das Feuer im Nordosten des Landkreises Gifhorn breitet sich weiterhin aus und inzwischen sind mehr als 1.500 Kräfte mit den Löscharbeiten beschäftigt. An diesem Tag bricht zwischen Meinersen und Leiferde ein weiterer, folgenschwerer Waldbrand aus. Die örtlichen Feuerwehren erhalten Unterstützung unter anderem von den Feuerwehren aus Fallersleben und Hohenhameln. Während der Löscharbeiten wird ein Tanklöschfahrzeug (TLF 8) der Freiwilligen Feuerwehr Fallersleben von den Flammen eingeschlossen und die Besatzung stirbt in den Flammen. In örtlicher Nähe ist die Freiwillige Feuerwehr Hohenhameln mit einem Tanklöschfahrzeug (TLF 16) zur Brandbekämpfung von Bodenfeuer eingesetzt. Eine „Feuerwalze“, die sich durch plötzlich auftretenden starken Ostwind entwickelt, schneidet zwei Kameraden den Fluchtweg ab. Sie sterben ebenfalls in den Flammen. Die restliche Besatzung kann sich durch Flucht in südliche Richtung retten.“

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Und ausgerechnet in diesem Jahr sang Rudi Carrell seinen Klassiker:

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Und 1976 erlebte ich dann meine zweite Klimakatastrophe:

„Sonntag 27.06.1976

Zeitungsartikel im KStA  (Kölner Stadt-Anzeiger)
Überschriften:
Die Kehrseite des Bilderbuch-Sommers
In der Eifel versiegte Trinkwasser
Schwere Ernteschäden
Die negative Begleiterscheinung des Bilderbuch-Sommers, anhaltende Trockenheit, kann sich für die Landwirtschaft verheerend auswirken. Bisher sind die bundesdeutschen Bauern zwar verhältnismäßig glimpflich davongekommen, aber wenn es nicht bald regnet, sind zumindest bei einzelnen Getreidearten Schäden zu befürchten. Dann kann beispielsweise die Gerste nur zur Notreife gelangen. Extrem trocken war es in der vergangenen Woche in der Eifel. Dort ist in einigen Orten unterdessen sogar das Trinkwasser versiegt. Tankwagen versorgen die Bevölkerung.
In Frankreich hat es seit 1873 keine Temperaturen gegeben, wie sie nun herrschen. Über 33 Grad in Paris, 36 Grad in Cognac. Die seit Monaten nun schon andaurende Dürre machte in vereinzelten Departements Sparmaßnahmen notwendig, wie Verbot von Autowaschen u. Rasensprengen. Die Regierung hat bereits einen Chefkoordinator für Dürrebekämpfung ernannt. Die Dürre droht nach Ansicht von Experten das Ausmaß eines „nationalen Dramas“ anzunehmen.
Die Hitzewelle u. der seit Wochen ausbleibende Regen führt auch in Belgien zu einer Katastrophe. Auf den Weiden wächst kein Gras mehr, u. ganze Herden von Milchkühen u. Kälbern werden geschlachtet. In mehreren Gebieten fällt die gesamte Heuernte aus.
Italien beginnt auch unter der ungewöhnlichen sommerlichen Trockenheit zu leiden. In der Po-Ebene läßt die wochenlange Dürre den festgebackenen Boden aufspringen u. Flüsse u. Seen sind zum Teil mehrere Meter unter den für diese Jahreszeit üblichen Pegel gesunken.“

 

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