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Björn Höcke: Nie zweimal in denselben Fluß

7. Mai 2020

20200507 HöckeDas Buch ist ein Gesprächsbuch, die Fragen sollen von Co-Autor Sebastian Hennig kommen, wirken aber so, als hätte Höcke sie sich selbst gestellt.

Er berichtet von der Kindheit, wo er durch Wald und Flur geturnt sei. In der Jugend habe er sich dann dem Leistungssport gewidmet. Das sind gewöhnlich nicht die großen Leseratten.

Nach dem Abitur studierte er zwei Semester Jura. Danach Geschichte und Sport.

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Es steht viel Richtiges in dem Buch, aber das meiste ist bekannt.

Einige Stellen wirken mindestens mißverständlich. Es geht z.B. um die fortschreitende „Afrikanisierung, Orientalisierung und Islamisierung“ unseres Landes. Höcke meint, es werde einen Teil der Deutschen geben, der sich dem widersetzt und träumt von Reconquista: Es werde „ein großangelegtes Remigrationsprojekt  notwendig sein. Und bei dem wird man, so fürchte ich, nicht um eine Politik der »wohltemperierten Grausamkeit«, wie es Peter Sloterdijk nannte, herumkommen. Das heißt, daß sich menschliche Härten und unschöne Szenen nicht immer vermeiden lassen werden. Man sollte seitens der staatlichen Exekutivorgane daher so human wie irgend möglich, aber auch so konsequent wie nötig vorgehen.“

Wer so redet bzw. schreibt, der soll auch genau sagen, was er meint. Höcke tut das nicht. Dann gehen die Unklarheiten zu seinen Lasten.

Außerdem wird es das „Deutsche“ bald nicht mehr geben, dafür ist die Veramerikanisierung schon zuweit fortgeschritten. Träume sind Schäume.

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Warum hat er das Buch wohl gemacht?

Ob es um Geldverdienen ging, weiß ich natürlich nicht.

Es ging aber offensichtlich auch darum, sich als der große Denker zu präsentieren. Er ist nämlich mit den großen Philosophen auf „Du und Du.“

Ein Ausschnitt aus dem Buch:

Höcke: „Es ist ein alter Vorwurf an die Deutschen, sie seien abgründig und unberechenbar. Hinter dem biederen Michel stecke ein unheimlicher Furor, der von Zeit zu Zeit zum Ausbruch komme. Und in der Tat schlägt die deutsche Gutmütigkeit in der Geschichte immer wieder einmal in eine »teutonische Wut« um. Aber das ist wohl nicht das, was mit »irrational« hier gemeint ist. Nietzsche selbst kommt der Sache mit seiner berühmten Aussage sehr viel näher, wir Deutschen seien Hegelianer, auch wenn Hegel nie gelebt
hätte. Damit meinte er nicht primär den schwäbischen Systembauer mit seinen strengen Deduktionen, die schon Arthur Schopenhauer zu ätzenden Sottisen reizte. Er meinte damit, daß das Werden und die Entwicklung wichtiger für uns Deutsche seien, als das, was ist.“

Frager: „Das entspricht dem griechischen Panta rhei, dem Sein als ewigen Werden.“

Höcke: „Genau, und das macht uns Deutsche so »unruhig«, so »unstetig«, so »unberechenbar« aus der Sicht von außen. Die Erkenntnis des Seins als Werden ist ein Kerngedanke des deutschen Idealismus. Da sind nicht nur Kant, Fichte, Schelling und Hegel zu nennen, sondern auch unsere Klassiker Herder, Goethe und Schiller. Diese Dichter und Denker waren nun alles andere als »irrational«. Hier finden wir vielmehr die Vernunft und das klassische Maß, das auch den preußischen Staat ausmachte.“

Höcke haut die Namen nur so raus: Nietzsche, Hegel, Schopenhauer, Kant, Fichte, Schelling, Herder, Goethe, Schiller, alle in wenigen Sätzen vereint. Höcke kennt alle großen Denker, versteht sie, ordnet sie ein, kann ihnen widersprechen oder zustimmen, alles auf Augenhöhe.

Was für ein selbsterklärtes Genie! Es wirkt nur alles sehr bemüht und gestelzt.

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Der Mann ist vermutlich weder dumm noch ungebildet.

Aber er findet nicht das richtige Maß. Hier im Buch.

Und vielleicht auch nicht in der Politik.

 

5 Kommentare leave one →
  1. 8. Mai 2020 07:35

    Stellt sich lediglich die Frage, ob deine vorgefasste Meinung über Höcke dich diesen Beitrag schreiben ließ, oder ob das Lesen seines Buches dich zu deiner Meinung über ihn brachte.
    Sollte Ersteres der Fall sein, ist dein Beitrag unehrlich, da er dann bereits mit der Absicht, Höcke zu verreißen, geschrieben wurde.
    Im anderen Fall erschließt sich mir nicht, wie du von der Lektüre seines Buches auf seine Fähigkeiten als Politiker schließen kannst – es sei denn, du hättest deine Buchrezension nur zum Vorwand genommen, um ihn als Politiker zu verreißen, womit wir wieder bei Punkt eins angekommen sind.
    Wie man‘s auch dreht und wendet – es wird kein Schuh daraus, möchte man dir Objektivität unterstellen.

    • 8. Mai 2020 11:12

      Hast Du das Buch gelesen?

      • 8. Mai 2020 12:07

        Muss ich das, bevor ich dein Kommentar kommentiere? Ich glaub‘ dir auch so, dass das Buch möglicherweise grottenschlecht ist.

      • 8. Mai 2020 13:36

        Die Selbstdarstellung des Herrn Höcke ist wirklich grottenschlecht. Ansonsten enthält es viel schon Bekanntes – wie die meisten solcher Bücher…

  2. mvh permalink
    8. Mai 2020 07:47

    Wenn du bereits davon ausgehst, das es das Deutsche bald nicht mehr geben wird, dann ist jegliche Gegenwehr sinnlos und Merkels Politik paßgenau.

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