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„Geimpfte glauben, sie seien sicher. Man hat sie falsch informiert“

27. November 2021

WELT: Klar ist, das strategische Kernstück sollen situationsgebundene 2G-, 2G-plus- und 3G-Regeln sein – am Arbeitsplatz, bei Veranstaltungen und in Restaurants.KEKULEUnbenannt
Kekulé: Das allein wird nicht funktionieren. Vor allem das sogenannte 2G-Modell ist ja Teil des Problems. Geimpfte und Genesene glauben, sie wären sicher, weil man ihnen das bis vor Kurzem so gesagt hat. Aber auch sie infizieren sich zu einem erheblichen Teil. Dadurch haben wir jetzt diese massive Welle unter den Geimpften. Sie ist deshalb so gefährlich, weil diese Menschen glauben, sie seien geschützt. Sie wurden falsch informiert, sogar das Robert-Koch-Institut hat das noch bis vor Kurzem auf seiner Website falsch dargestellt. Immerhin haben sie inzwischen den Satz entfernt, dass Geimpfte so gut wie nichts zum Infektionsgeschehen beitragen. Diese Kommunikation ist schlecht gelaufen.
(…)
Ich würde eher von einem falschen Versprechen der Bundesregierung reden. Es wurde suggeriert, dass Geimpfte wieder ein völlig normales Leben führen könnten.
Es gab einen Werbeclip zur Primetime mit Menschen ohne Maske auf Konzerten, Massenveranstaltungen, alle dicht an dicht. Das Motto lautete: Impfen für die Freiheit. Als der Spot lief, war jedoch schon klar, dass es so nicht funktioniert, weil es keine Herdenimmunität bei Coronaviren gibt. Auch können Geimpfte weiterhin ansteckend sein.
Trotzdem gab es diese Vorstellung, oder vielleicht war es auch Wunschdenken, und da stellt sich schon die Frage: Wieso hat man das so verkauft? Natürlich stand dahinter auch der redliche Versuch, Menschen zum Impfen zu bewegen. Das Ergebnis ist allerdings das, was wir jetzt haben. Die Impfstoffe sind nicht sicher genug, um 2G- oder 3G-Veranstaltungen ohne Maske, ohne Abstand, ohne Test und vor allem ohne Obergrenze zu bewältigen.
(…)
WELT: Hat Sie die Vielzahl der Impfdurchbrüche überrascht?
Kekulé: Das habe ich anfangs nicht erwartet. Als im November letzten Jahres die Wirksamkeitsdaten der Impfstoffe vorgestellt wurden, dachte ich, der Schutz vor schweren Verläufen ist so gut, dass wir die Inzidenz in Deutschland in wenigen Monaten unter Kontrolle bekommen. Dann kam die Delta-Variante, und es wurde klar, dass wir dieses Ziel mit diesen Impfstoffen nicht erreichen werden.
Jetzt ist es eine Tatsache, dass in den Krankenhäusern fast jeder zweite Patient über 60 Jahren vollständig geimpft ist. Bei den Verstorbenen ist die Quote ähnlich. 37 Prozent der Intensivpatienten über 60 sind doppelt geimpft. Es ist einfach so, dass der Impfstoff gegen die Delta-Variante nicht gut genug schützt.
(…)
WELT: Momentan eskaliert der Umgangston. Die Rede ist von der „Tyrannei der Ungeimpften“…
Kekulé: Man kann nicht von einer Tyrannei der Ungeimpften sprechen, wenn fast die Hälfte der älteren Covid-Kranken in den Kliniken doppelt geimpft ist. Deren Zahl wird weiter zunehmen. Denn wenn irgendwann die ganze Republik geimpft ist, dann sind bei einem Schutzfaktor von eins zu zehn irgendwann automatisch die Geimpften in den Krankenhäusern in der Mehrheit. Das konnte man ja auch in Israel beobachten.
(…)
WELT: Dort brachte Boostern das Geschehen unter Kontrolle. Könnte das auch bei uns funktionieren?
Kekulé: Diese Herbstwelle lässt sich durch Impfungen nicht mehr einfangen, dafür ist es jetzt zu spät. Voraussichtlich lassen sich auch viele junge Menschen impfen, wenn man, wie jetzt geplant, ohne Priorisierung boostert. Aber das ist zur Vermeidung schwerer Krankheitsverläufe nicht notwendig und wird auch keinen kurzfristigen Effekt auf die Infektionszahlen haben.
Entscheidend ist die Tatsache, dass ein erheblicher Teil der Geimpften über 60 von Anfang an nicht richtig immun war. Weil sie mit AstraZeneca oder Johnson & Johnson geimpft wurden, die anfangs besser verfügbar waren. Viele Ältere waren nur scheinimmun, weshalb man auch nicht sechs Monate mit der dritten Spritze warten sollte.

2 Kommentare leave one →
  1. Waffenstudent permalink
    28. November 2021 07:59

    Mein Vetter, Krankenpfleger + OP-Helfer, im Großkrankenhaus, sagt:

    Es gibt eine auffallenswerte Zunahme von Hirn-Thrombosen. Gerade bei Neugeburten fällt das auf. Derartiges gab es vor der Impfung nicht. Nur ganz wenige der mit einer Hirn-Thrombose geborenen Säuglinge überleben!

  2. hildesvin permalink
    28. November 2021 21:18

    Was DIE WELT betrifft, dieses Rinnsteinblättchen war schon v o r den grauenerregenden Absonderungen dieses (((Hannes Stein))) zur Wahl von Trump ungenießbar.
    >>was von Knechtsart stammt
    und sonderlich der Pöbel-Mischmasch: Das will nun
    Herr werden alles Menschen-Schicksals — oh Ekel!
    Ekel! Ekel!<<
    (Nebenbei, ich verehre weder Nietzsche noch Trump mit feuchtblanken Augen)

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